Dass der Weihnachtsmann ziemlich weit weg wohnt, ist uns seit unserer frühesten Kindheit wohl bekannt. Dass es aber auch wirklich eine Postanschrift gibt, war mir neu. Die finnische Stadt Rovaniemi im hohen Norden von Finnland jedenfalls schmückt sich damit, den bekanntesten Mann der Welt als Einwohner zu haben.

Jedem, der auf der Durchreise ist, empfiehlt sich auf alle Fälle ein Stopp im lappischen Rovaniemi einzulegen. Nicht nur, weil man dort über den Polarkreis laufen kann, der direkt durch das Dorf geht, sondern weil man sich wirklich Mühe gegeben hat die ganze Stadt in ein Santa Claus Village zu verwandeln. Zweimal im Jahr (im Sommer gibt’s schon was zur Einstimmung) öffnen sich die Tore des Santa Parks für neugierige Blicke und für die, die immernoch an der Existenz des weißbärtigen Geschenkebringers zweifeln. Zu sehen gibt es die wichtigsten Stationen, ohne die die Arbeit vom Joulupukki (so heißt der Weihnachtsmann da, wo er wohnt) gar nicht möglich wäre.

In einer alten Holzhütte befindet sich das Büro des Weihnachtsmannes. Dieses sollte von all denjenigen aufgesucht werden, die sich schon immer gefragt haben, wie er so viele Briefe aus aller Welt auf einmal lesen und beantworten kann. Dort kann man dem großen Meister ganz persönlich beim Tintenfeder-Schwingen über die große rote Schulter schauen – oder seinen Wunschzettel gleich persönlich abgeben. Aber Vorsicht: Jeder, der nicht brav war (oder der Grinch ist), sollte diese Tür lieber meiden… Alle anderen haben die Möglichkeit, sich persönlich mit ihrem roten Helden ablichten zu lassen und sogar ein Autogramm zu bekommen.

Wie die vielen Geschenke, die später unter dem Weihnachtsbaum landen, gemalt, geschnitzt und mit Farbe bepinselt werden, können neugierige Kinder im Elfen-Workshop lernen. Dort geben die kleinen spitzohrigen Angestellten der Weihnachtswerkstatt höchstpersönlich Tipps und Tricks weiter. Strebt man ein Diplom an der Elfenschule an, geben die fleißigen Helferlein sogar das Geheimnis hinter ihren zauberhaften Fähigkeiten preis. Da offenbaren sich doch auf einmal ganz neue Karrierechancen zwischen Zuckerstangen und Holzeisenbahnen!

Folgt man dem köstlichen Duft, der sich im ganzen Dorf breit macht, landet jeder früher oder später in der Lebkuchen-Bäckerei, wo Frau Weihnachtsmann den ganzen Tag Teig rollt, Nüsse stampft und Schokolade kocht. Eine Kostprobe gibt es als Gaumenschmaus natürlich gratis.

Frisch gestärkt sollte man unbedingt die Eisenbahnfahrt durch das Weihnachtsdorf mitmachen. Während dieser Erkundungstour durch die heiligen Hallen haben die Gäste an Bord des Zuges die Möglichkeit, jegliche Figuren und Tiere Lapplands zu erleben. Endstation ist die Spielzeugfabrik, in der kleine und auch große Wunder passieren, die hier an dieser Stelle aber nicht verraten werden. *augenzwinker*

In diesem Sinne Hyvää Joulua! (ich hoffe das ist jetzt finnisch für „Frohe Weihnachten“)