Oh du schöne (Vor-)Weihnachtszeit! In Deutschland feiern wir das Weihnachtsfest am liebsten mit Kerzenschein, Plätzchen und Geschenken unter dem Weihnachtsbaum. Aber wie sieht es in anderen Ländern aus? So verschieden die Kulturen, so unterschiedlich ihre Advents- und Weihnachtsbräuche. Wir nehmen euch mit auf eine Reise um die Welt und stellen euch zehn Länder mitsamt ihrer ganz speziellen Traditionen vor.

Weihnachtsbräuche in Mexiko 

Weihnachts-Pinata in Mexiko

Weihnachts-Pinata in Mexiko

Vom 16. bis zum 24. Dezember feiert Mexiko die „Posadas“ (Herberge) in Anlehnung an die Weihnachtsgeschichte. Familie, Nachbarn und Freunde werden zum Hausfest mit Punsch und Gebäck eingeladen. Auf die Kinder wartet eine Piñata (Pappmachéfigur gefüllt mit Süßigkeiten). Noch heute verkleiden sich Leute in diesen Tagen als Pilger und suchen nach einer Unterkunft für die Nacht.

Weihnachtsbräuche in Estland

Adventszeit in Estland ist die Zeit der Hexen und Gnome. Jeden Tag bekommen Kinder Süßigkeiten von den Gnomen geschenkt. Vor den Hexen gilt es sich jedoch in Acht zu nehmen: Auf schmutzigen Besen fliegen sie durch die Gegend und treiben ihr Unwesen. Um dies zu verhindern werden in dieser Zeit in Estland fleißig Besen geputzt. Auf besonders emsige Besenputzer warten natürlich Belohnungen!

Weihnachtsbräuche in Schweden

Rentier Skulpturen in Schweden

Rentier Skulpturen in Schweden

Der 13. Dezember ist ein besonderer Tag im vorweihnachtlichen Schweden. An diesem Tag wird das St.Lucia-Fest gefeiert. Da die vorausgehende Nacht als die längste im Jahr gilt, feiern die Schweden mit dem Lucia-Fest den Übergang aus der Dunkelheit ins Licht. Ansonsten wird während der Weihnachtszeit auch hoch oben im Norden gebastelt, geputzt und vor allem gebacken. Häufig sind es Lebkuchen oder die sogenannten „Saffransbröd“.

 

Weihnachtsbräche auf den Philippinen

Die Weihnachtszeit auf der Inselgruppe ist die längste der Welt. Schon Mitte Oktober spielen die Radiosender auf den Philippinen Weihnachtssongs. Am 16. Dezember beginnt die Weihnachtszeit dann offiziell. Blaskapellen marschieren durch die Straßen, Raketen werden abgefeuert und Aufführungen biblischer Geschichten finden statt. Höhepunkt ist die Mitternachtsmesse am 24. Dezember. Brauch ist es, dass fast jedes Haus seine Türen offen lässt – eine Anspielung auf Maria und Joseph auf der Suche nach einer Bleibe.

Weihnachtsbräuche in Italien 

Kolosseum mit Christbaum

Kolosseum mit Christbaum

In Italien steht nicht der aufwändig geschmückte Christbaum im Mittelpunkt des weihnachtlichen Wohnzimmers sondern die Krippe. Eine Bescherung gibt es hier erst am 6. Januar – durchgeführt von der Hexe Befana. Die Legende besagt, sie verpasste an Heilig Abend den Stern von Bethlehem und bringt darum bis heute Geschenke in jedes Haus, in der Hoffnung, das Jesuskind zu finden. Brave Kinder werden beschenkt, unartige erhalten ein Stück Kohle.

Weihnachtsbräuche in Spanien

In Spanien wird die Weihnachtszeit traditionell mit der Weihnachtslotterie eingeläutet. Sie gilt als größte Lotterie der Welt und findet seit 1812 statt. Zur „Noche Buena“ am 24. Dezember versammelt sich die Familie ähnlich wie in Deutschland zum Abendessen. Nach dem Essen wird allerdings die „Urne des Schicksals“ aufgetischt. Darin befinden sich kleine Geschenke aber auch Nieten. Ungerechtigkeit herrscht dennoch nicht: Jeder zieht genau so lange, bis er ein Geschenk hat!

 

Weihnachtsbräuche in Russland

Kreml in Weihnachtsschmuck

Kreml in Weihnachtsschmuck

In Russland muss man ein wenig länger auf die Bescherung warten als im Rest der Welt. Nicht etwa am 24. Dezember, sondern erst eine Woche später, zu Silvester, gibt es hier Geschenke. Und auch nicht der Weihnachtsmann, sondern Väterchen Frost bringt sie – mit tatkräftiger Hilfe des Mädchens „Schneeflocke“ und dem Jungen „Neujahr“. Das eigentliche Weihnachtsfest wird in Russland erst am 6. Januar mit dem „Fest der Erscheinung des Herrn“ gefeiert.

Weihnachtsbräuche in Brasilien

Das feurige brasilianische Temperament kommt auch an Weihnachten zum Vorschein: Am 24. Dezember findet um Mitternacht ein Feuerwerk statt. Es kündigt die Geburt von Christus an. Anschließend wird am Strand oder in Tanzlokalen ausgiebig gefeiert. Der Weihnachtsmann „Papai Noel“ klettert unterdessen durch die Fenster und steckt Geschenke in die bereitgestellten Schuhe.

Weihnachtsbräuche in den Niederlanden

Holzclogs in Weihnachtsdeko

Holzclogs als Weihnachtsdeko

Der Mann mit weißem Bart und roter Bischofsmütze bringt nicht nur Geschenke sondern ist gleichzeitig Schutzpatron der Seefahrt. „Sinterklaas“ heißt er in den Niederlanden und kommt mit dem Schiff in die Hafenstädte. Dort begrüßt man ihn mit Glockenläuten. Begleitet wird Sinterklaas vom Knecht „Zwarte Piet“. Kinder schicken ihre Wunschlisten nicht an den Nordpol, sondern stecken sie in ihre Schuhe und stellen diese bereit.

Weihnachtsbräuche in Österreich 

Unsere Nachbarn in Österreich mögen es im Advent gern ein wenig gruselig: Finstere Gestalten in Masken und Fellen stürmen durch die Straßen. Mit Glockenläuten und Peitschenknallen verursachen sie ohrenbetäubenden Lärm und verbreiten Angst und Schrecken. Vor allem Mädchen versuchen kreischend vor den Monstern zu fliehen. In den Alpengebieten treten die unheimlichen Wesen am 6. und 22. Dezember sowie am 6. Januar in Erscheinung. Ursprünglich sollte mit dem verursachten Krach der Winter vertreiben werden.