Ein chaotisch lärmiger Speisesaal, überfüllt mit bockigen Kindern und übereifrigen Erwachsenen, die ihre nervigen Kleinen ach so gerne von der Schokoladenseite zu präsentieren versuchen. Schwimmbecken, voll gestopft mit hyperaktiven Kindern, die ihre Eltern derart auf Trab halten, dass diese abends nur noch völlig erschöpft ins Bett fallen können.

 

So war meine bisherige Vorstellung von einem Kinderhotel. Im Leben nicht konnte ich mir vorstellen, einmal ein solches Hotel zu besuchen. Nun, da ich selbst Mutter eines anderthalb-jährigen Sohnes bin, habe ich mich für unser verlängertes Urlaubswochenende nach einer geeigneten Unterkunft für meine kleine Familie umgeschaut.

Wir dachten an ein schönes, gediegenes Wellness-Hotel, in welchem mein Mann und ich mal so richtig ausspannen können.

Mhhh…aber was hat unser Kleiner davon? Festgeschnallt beim Abendessen inmitten von sich anschweigenden, gelangweilten Leuten zu sitzen? Hoffen, dass Klein Alexander auch ja nicht zu laut quäckt, damit die Herrschaften nicht gestört werden? Darauf hatten wir keine Lust.

Ok, vielleicht doch ein Hotel speziell für Kinder?! Wir stoßen auf ein sog. „Kinderhotel“ im Kleinwalsertal. Die Hotelbewertungen klingen viel versprechend, und nach gründlicher Überlegung buchen wir mutig das Märchenappartement…

So viel vorab:

Wir werden wieder hinfahren!

Zu unserer großen Überraschung hat es uns wirklich gut gefallen. Das gefürchtete Abendessen war super entspannt und keineswegs stressig. Es gab ein tolles 4-Gänge Menü für die Großen und ein Kinderbuffet (welches nicht nur aus Pommes und Fischstäbchen bestand) für die Kleinen. Alles lief recht gemütlich ab und war sehr schmackhaft! Parallel zum Abendessen gab es den Kinderstammtisch einen Stock tiefer, zu welchem sich die schon etwas älteren Kinder zum gemeinsamen Essen treffen konnten. Zwei junge Erzieherinnen sorgten für die nötige Betreuung – für die Kinder war das ein riesen Spaß, zumal ein top ausgestattetes Spielezimmer unmittelbar nebenan wartete…

Insgesamt wurde sehr viel für die Kleinen geboten. Neben einem Toberaum mit diversen Rutschen, Bobbycars und sonstigen Kletter- und Spielgeräten gab es im Haus ein Spielezimmer, einen Bastelraum, Kinderplanschbecken etc. Unser Alexander war total im Stress, er wusste anfangs gar nicht, mit was er zuerst spielen sollte. Schließlich hat er sich dann – erwartungsgemäß – intensiv mit den LKWs und Baggern auseinandergesetzt.

Für uns war es die größte Freude, seine leuchtenden Augen zu sehen. Aber auch wir sind auf unsere Kosten gekommen. Kinderhotel heißt ja nicht, dass wir Erwachsenen nur zuschauen dürfen. Es gab ein tolles Hallenbad und einen Wellnessbereich. Da man mit dem hauseigenen Babyphone im ganzen Hotel Empfang hat, haben wir den Mittagsschlaf vom Sohnemann genutzt und es uns so richtig gut gehen lassen. Ich habe mir außerdem eine wohltuende Rückenmassage gegönnt.

Und Abends, wenn Alexander schon in seinen Träumen schwelgte, haben wir den erlebnisreichen Tag bei einem guten Tröpfchen aus dem hoteleigenen Weinkeller ausklingen lassen. Hier waren wir allerdings doch verwundert, dass wir so ziemlich die einzigen Eltern in der Stube waren – außer uns feierte nur eine kinderlose Reisegruppe feuchtfröhlich den Abend. Alle anderen, die man sonst so tagsüber sah, schliefen wohl schon auf ihren Zimmern. Waren sie etwa doch völlig müde und platt vom Tag? 😉 Wir zumindest nicht und so freuen wir uns auf das nächste Mal im märchenhaften Kinderparadies.