Ich weiß nicht mehr, wie viele Jahre ich von New York geträumt habe. Aber Eines war mir immer klar: irgendwann würde der Tag kommen, an dem ich die tollste Stadt der Welt bereise. Und dann fiel er mir plötzlich ganz unverhofft in die Hände – der Schnäppchenflug, der meine Träume in greifbare Nähe rückte: In nur zwei Monaten sollte es losgehen.

Eine recht kurze Zeit der Vorbereitung, in der ich mich in Reiseführern vergrub und jede nur erhältliche Information über die Stadt in mich auf sog. Jeder Film und jede Serie über New York City steigerte meine Vorfreude nur noch mehr. Am Abend vor dem Flug war ich schließlich so nervös, dass mein Vater mir zu einem Beruhigungs-Getränk riet, damit mich meine Aufregung nicht in ein Krankenhaus statt in ein Flugzeug bringen würde.

Was unmittelbar nach der Landung am Flughafen Newark kam, war nichts als Ernüchterung. Die Fahrt in Richtung Stadt war furchtbar, alles war dreckig, überall Müll und Industrie wohin man sah. Mir blieb nichts anderes übrig, als mich weiter an meine Hoffnung und meine hohen Erwartungen zu klammern. Was sich als absolut richtig herausstellen sollte – wie ich zum Glück schnell feststellen durfte. Denn nach der Fahrt durch den Holland-Tunnel fand ich mich in meinem persönlichen Paradies wieder.

„Gläserne Hochhäuser, in denen sich die Wolken spiegeln neben alten Backsteingebäuden, an deren Fassaden die metallenen Feuertreppen entlang führen, dazwischen leuchtend gelbe Taxis und ein kunterbuntes Menschentreiben. New York!“

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Endlich angekommen stand ich schließlich vor der schweren Entscheidung „Wohin zuerst?“ So viele Möglichkeiten, so viel zu sehen und noch dazu so hungrig. Während ich also den ersten Straßenstand ansteuerte, um mir einen leckeren New Yorker HotDog zu holen, entschied ich mich einfach los zu laufen, es einfach drauf ankommen zu lassen, einfach zu schauen, wo ich landete. Und so schlenderte ich durch Midtown, vorbei am Crysler Building, der Grand Central Station und dem Rockefeller Center, um am bunt beleuchteten Time Square zu landen. Ich war so fasziniert, dass es letztlich an ein Wunder grenzt, dass ich nicht überfahren wurde, während ich permanent nach oben starrte und mich grinsend in den Häuserschluchten verlor. Es war Freitagabend also nutzte ich den freien Eintritt ins MoMA. Und umgeben von Gemälden meiner Lieblingsmaler gestand ich mir schließlich ein, dass ich verliebt war.

Und wie es mit der Liebe so ist – sie tut weh. Gelegentlich. Im Falle von New York nicht seelisch, sondern körperlich, denn ich konnte mich einfach nicht überwinden, auch nur einen Meter mit der New Yorker U-Bahn zurückzulegen und Gefahr zu laufen, überirdisch etwas zu verpassen. Also lief ich durch die komplette Stadt. Nach dem zweiten Tag schmerzten meine Füße so sehr, dass ich kaum noch einen Fuß vor den anderen setzen konnte. Aber das hielt mich nicht davon ab, immer weiter in die fabelhafte Welt von Manhattan abzutauchen.

FlashmobIn den folgenden Tagen machte ich mir ein Bild von all den Dingen, die ich schon so oft auf Fotos gesehen hatte und war überwältigt von den Maßstäben der Realität. Man fühlt sich so unglaublich winzig, wenn man vor den Gerichtsgebäuden in Downtown steht, so verzaubert, wenn man durch das Village, vorbei an Steintreppen und grünen Bäumen streift, so überrascht, wenn sich mitten auf einem Platz plötzlich ein Flashmob anbahnt und junge Leute mit Kuchen in der Hand tanzen, so frei, auf dem Rockefeller Center, meine Traumstadt zu meinen (plötzlich gar nicht mal so sehr schmerzenden) Füßen.

Dem Central Park widmete ich einen halben Tag – viel zu kurz, um den Ort in seiner vollen Schönheit zu Erfassen und darauf zu hoffen, meinem Lieblingsregisseur Woody Allen bei einem Spaziergang zu begegnen. Trotzdem gönnte ich mir ein paar Momente, um auf den Granit-Felsen mit einem Buch in der Sonne zu sitzen und auf den Wiesen die zuckersüßen Eichhörnchen zu beobachten, die den Touristen in Hoffnung auf eine Leckerei bereitwillig in die Kameras lächeln.

Brooklyn BridgeNach sechs Tagen neigte sich mein Besuch dem Ende. Um einen letzten Blick auf die fantastische Skyline Manhattans zu erhaschen, spazierte ich über die Brooklyn Bridge (während des Gehens bloß nicht umdrehen!), um mich dann vom anderen Ende der Brücke aus vom Anblick umhauen zu lassen. Der Rückweg dauerte eine Ewigkeit – alle paar Schritte eröffnete sich mir ein neuer Fotowinkel, den ich festhalten musste.

Für den Abend entschied ich mich kurzfristig für den Besuch eines Broadway-Musicals. Ich nutze den tks-Schalter am Time Square, an dem die Restplätze verkauft werden. Ich nahm die erste Empfehlung an, die mir gemacht wurde und lachte mich in einem winzigen Theater durch den Abend.

Am nächsten Tag ins Flugzeug zu steigen fiel mir unbeschreiblich schwer.

„Aus dem Fenster erhaschte ich einen letzten Blick auf die Stadt, die all meine Erwartungen übertroffen hatte, deren Geruch nach Metall und Staub, deren Geräusche von Sirenen, Hupen und Menschen, deren Gefühl von Freiheit mich auf ewig verzaubert hat.“

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Meine Highlights vor Ort

 

MoMA (Museum of Modern Art): Wer ein Auge für moderne Kunst hat, sollte einen Besuch einplanen. Eine rießige Auswahl an zeitgenössischen Meisterwerken – Jackson Pollock, Roy Lichtenstein, Mark Rothko – um nur einige meiner Favoriten aufzuzählen. Am besten am Freitagabend ab 18:00 Uhr hingehen, dann ist der Eintritt kostenfrei!

Top of the Rock (Rockefeller Center): Von hier aus hat man einen wundervollen Ausblick über New York City. Man steht nicht so lange an wie am Empire State Building, hat aber eine super Sicht auf eben dieses. Besonders schön ist es während der Dämmerung, wenn sich die Stadt langsam in ein Lichtermeer verwandelt.

Central Park: Der Park gehört zu einem New York Besuch einfach dazu. Hier ist für jeden Geschmack etwas geboten. Ob Sportmöglichkeiten, Wiesen, die zum Sonnen einladen, Waldstücke, in denen man das Gefühl hat, plötzlich ganz allein zu sein oder Trubel auf den vielen Wegen und Plätzen.

Staten Island Ferry: Ein guter Tipp für alle Sparfüchse. Um einen tollen Blick auf die Freiheitsstatue oder die Skyline New York’s zu bekommen muss man keine teure Bootstour buchen. Die kostenfreie Fähre verbindet Manhattan und Staten Island und bietet während der Fahrt einen wunderbaren Ausblick.

 

Meine Hoteltipps

Hotel Metro: Art Deco Flair und eine Dachterrasse mit Blick auf das Empire State Building zeichnen dieses schöne Stadthotel aus. Shoppingmöglichkeiten direkt unmittelbar ringsum werden die Kreditkarten beim New York Besuch zum Glühen bringen.

The Roosevelt: Inmitten des Herzens der Stadt, historisch und luxoriös, mit einer Dachterrasse die einen faszinierenden Blick auf die umliegenden, in der Nacht funkelnden, Hochhäuser bietet. Viele Sehenswürdigkeiten in Laufnähe und für weitere Strecken die Subway-Station direkt vor der Tür.