Userin Kathrin Scheuble-Rudolph machte sich auf den Weg – von Athen in Richtung der griechischen Insel Andros. Dass es nicht immer einfach ist, spontan vor Ort die passende Unterkunft zu finden und wie sie doch noch einen Weg in ihr ganz persönliches Paradies gefunden hat, das erzählt sie euch heute in ihrem Griechenland-Reisebericht:

AndrosEine locker leichte Urlaubswoche als Auftakt in die Sommersaison, Freunde in Athen besuchen und anschließend: ab auf die Insel – davon träumten wir schon lange. Wir flogen von Stuttgart nach Athen und saßen fünf Stunden später mit unseren Freunden am Strand, die Füße im Sand. Der Tisch bog sich unter Vorspeisen und Fischplatten, Wein – reichlich. Ein guter Einstieg – willkommen in Griechenland!

Vom Hafen Rafina aus nahmen wir mit kleinem Gepäck die Fähre nach Andros, unserer Insel für ein paar Tage Auszeit. Nach gut zwei Stunden erreichten wir das malerische kleine Städtchen Gavrio, das an einem wunderschönen klandros1einen Naturhafen liegt. Gleich am Hafen ein handgeschriebenes Schild, das auf die Tourist-Info hinweist. Ich folgte dem Schildchen, mein Mann blieb beim Gepäck. Eine steile Treppe führte zu einem schrägen Häuschen. Ich betrat ein niedriges, dunkles Zimmer und traf auf eine schwarz gekleidete, umfangreiche und zahnlose Frau, die vor zwei aufgeklappten Laptops saß. So modern ist also Griechenland! Sie hieß mich willkommen und fragte nach unseren Wünschen: eine hübsch eingerichtetes Appartement mit Küchenzeile und Blick auf’s Meer sollte es sein. Da hätte sie einen wirklich guten Tipp – und rief gleich ihre Freundin an. Und einen Taxifahrer mit „gutem Preis“ könne sie uns auch gleich vermitteln – für die Fahrt nach Batsi, dem nächst größeren Städtchen in südlicher Richtung.

Das läuft ja wie geschmiert! Ach Griechenland!

Das Taxi hielt vor einem mehrstöckigen Gebäude. Eine ebenfalls zahnlose Frau begrüßte uns und führte uns über eine Außentreppe zu unserem Ziel, öffnete die Tür und – „Da bleibe ich nicht!“, die Reaktion meines Mannes. Uns bot sich ein absurder Anblick: ein dunkles, schmuddeliges Zimmer, in dem gerade ein Doppelbett Platz hatte. Man hatte die Wahl ins Bett zu gehen – oder das Zimmer zu verlassen. Die „Küche“ bestand aus einem klapprigen Campingtisch, auf dem ein dreckiges Abtropfgestell, ein Espressokocher und zwei undefinierbare Plastikteile hingen. Die Dusche – einfach schlimm. Blick zum Meer? Dazu musste man ganz an den Rand der Dachterrasse stehen – der Abzug aus der darunter liegenden Taverne blies und einen strengen Fettgeruch in die Nase. Was tun?

androsWir ließen das Gepäck stehen, gingen spazieren und fanden kurz darauf am Ende von Batsi Richtung Süden eine wunderbare Bleibe. Ein Haus mit mehreren, hübsch eingerichteten Appartements mit Küchenzeile und Balkon – mit Blick aufs Meer. Oh Griechenland!

Und so verbrachten wir wunderbare Tage: Frühstück nach unserem Geschmack, baden an einem kleinen Strand, der eigentlich zu einem Hotel gehörte, jedoch in der Vorsaison-Zeit auch uns zur Verfügung stand, feinem Essen im Städtchen, mit dem öffentlichen Bus die „Hauptstadt“ Andros besuchen, Insel-Hopping als Tagesausflug nach Mykonos. Paradies auf Andros in Griechenland!