Auch in diesem Jahr hat der Lonely-Planet-Verlag eine Liste der 500 beliebtesten Reiseziele weltweit erstellt. Die ersten Plätze der „Ultimate Travelist“ gehen wie nicht anders zu erwarten an bekannte Touristenmagnete. So befindet sich der Tempel Angkor Wat in Kambodscha auf Platz 1, gefolgt vom Great Barrier Reef und der Inka-Stätte Machu Picchu. Auch die Chinesische Mauer und das Taj Mahal sind ganz vorne mit dabei, während es europäische Sehenswürdigkeiten wie das Kolosseum in Rom und der Markusplatz in Venedig immerhin unter die Top 30 geschafft haben.

Neben den klassischen Highlights befinden sich auch einige weniger bekannte Reiseziele auf der Liste. Wir stellen euch fünf beeindruckende und vergleichsweise untypische Orte außerhalb der Top-Platzierungen vor, die definitiv einen Besuch wert sind!

Der Berg der Kreuze in Litauen

Der katholisch geprägte Wallfahrtsort „Berg der Kreuze“ befindet sich im Norden von Litauen. Genau genommen handelt es sich bei der wenige Meter hohen Erhebung eher um einen Hügel als um einen Berg. Pilger erreichen diesen seit hunderten von Jahren über eine schmale Treppe aus Holzbohlen, um oben angekommen Kreuze aufzustellen – in allen erdenklichen Formen, Materialien und Größen, für gewöhnlich in Verbindung mit einem Wunsch oder einem Dank. Es existieren verschiedene Legenden zur Entstehung des Ortes, der heute hunderttausende Kruzifixe, Schnitzereien, Säulen und Skulpturen zählt. Reisende erreichen ihn zum Beispiel von Siauliai aus.

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Berg der Kreuze

 

Die Silfra-Spalte in Island

Die Silfra-Spalte im isländischen Nationalpark Þingvellir bietet waghalsigen Reisenden die weltweit einzige Möglichkeit, zwischen zwei Kontinentalplatten zu tauchen. Ihr Ursprung liegt im Auseinanderdriften der Nordamerikanischen und der Eurasischen Platte. Der tiefste Punkt des zugehörigen Höhlensystems befindet sich 63 Meter unter dem Meeresspiegel. Neben Tauchern erfreuen sich auch Schnorchler am kristallklaren Wasser – vorausgesetzt, sie trotzen den Temperaturen von nur wenigen Grad Celsius.

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Silfra-Spalte

 

Die Kolmanskop in Namibia

Die offiziell als Kolmannskuppe bekannte Geisterstadt inmitten der Wüste Namibias war einst ein Paradies auf Zeit. Nahegelegene Diamantenfelder brachten den Bewohnern Anfang des 19. Jahrhunderts Reichtum. Als die Felder jedoch abgebaut waren und die Diamantenförderung weiterzog, kehrte man dem Ort nach und nach den Rücken. Als auch der letzte Einwohner Kolmanskop in den 1960ern verließ, war die Siedlung endgültig wieder der Wüste überlassen. Inzwischen können Namibia-Urlauber besichtigen, was von den einst luxuriösen, inzwischen fast vollständig verschluckten, Gebäuden übrig ist. Als Ausgangspunkt bietet sich Lüderitz an.

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Kolmanskop

 

 Der Quallensee Ongeim’l Tketau in Palau

Der Ongeim’l Tketau – gemeinhin besser bekannt als Quallensee – liegt auf der Insel Eil Malk im südpazifischen Inselstaat Palau. Es ist das massenhafte Vorkommen der weltweit einzigartigen Quallenart Mastigias Papua, das ihn so besonders macht. Phasenweise sollen sich bis zu 30 Millionen Exemplare im 5,7 Hektar großen und rund 30 Meter tiefen See befinden. Wer in Palau Urlaub macht sollte etwas Zeit zum Snorcheln im außergewöhnlichen Gewässer einplanen. Er ist von der vorgelagerten Insel Koror aus in 45 Minuten zu erreichen. Im Quallentümpel selbst gilt: Anfassen erlaubt!

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Ongeim’l Tketau

 

Das Sedletz-Ossarium in der Tschechischen Republik

Etwa 70 Kilometer östlich von Prag lässt sich ein besonders morbides Kunstwerk besichtigen: Auf einem Friedhofsgelände wurden während der Pestepidemien des 14. Jahrhunderts und der Hussitenkriege des 15. Jahrhunderts zehntausende Opfer begraben. Als schließlich inmitten des Friedhofs ein Kirchengebäude errichtet wurde, wurden die menschlichen Überreste im Untergeschoss, dem „Beinhaus“, eingelagert. Im 19. Jahrhundert kaufte die Fürstenfamilie Schwarzenberg das Kirchengebäude auf – und beauftragte einen Holzschnitzer mit der bizarren Inneneinrichtung der „Knochenkirche“. Sie ist durch einen 20-minütigen Fußweg von Kutná Hora aus erreichbar.

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Sedletz-Ossarium