Die Eindrücke, die man beim Schnorcheln sammelt, lassen sich nur schwer in Worte fassen. Abertausende Fische, große und kleine, in jeder vorstellbaren Farbe. Wunderschöne Korallen. Faszinierende Meereslebewesen wie Seeigel, -sterne oder gar Schlangen. Versunkene Industrie- oder Militärschiffe, die einen gruseligen Kontrast zu der Schönheit der Unterwasserwelt schaffen. All das ist ein Erlebnis für sich. Es war nicht mein erster Schnorchelausflug. Seit Jahren kehrte ich immer wieder zurück nach Hurghada – ein Paradies für Taucher und Schnorchler. Und jedes Mal tauchte ich noch faszinierter aus den Tiefen des Roten Meeres auf als zuvor.

Ein Erlebnis werde ich allerdings niemals vergessen:

Stories - SchiffswrackEigentlich war es ein Tag wie jeder andere. Ich startete meinen Schorchelgang alleine, wie ich es meistens tat. Es ging zu einem Wrack, das von bunten Korallen umgeben war. Um mich herum schwammen Fischschwärme, wie sie schöner nicht sein könnten. Ich ließ mich gehen und genoss den Moment. Die Farben, das laute Pochen meines Herzens, die Ruhe.

Doch mit der Ruhe war es schneller vorbei, als mir lieb war. Unter mir: fünf Schatten, so groß wie ich sie vorher noch nie gesehen hatte. ‚Sind das etwa…?’ Mein sonst entspannter und ruhiger Puls verdreifachte sich schlagartig. Haie. Und mit den Schatten kam die Panik, das Hirn schaltete ab. Meine erste Reaktion war, mich im Korallenriff zu verstecken. Beim Fluchtversuch schürfte ich mir das Bein auf. Wenn eine Sache schlimmer ist als Panik und Haie, dann ist es definitiv die Kombination aus Blut und den furchteinflößenden Raubtieren. ‚Okay, das war’s. Das war’s jetzt!’ Während ich mich in Gedanken schon von meinen Lieben daheim verabschiedete, kamen die Schatten immer näher. ‚Hoffentlich tut’s nicht weh!’, dachte ich nur noch und kniff die Augen zu. Als ich mich schließlich traute eines wieder zu öffnen verschlug es mir den Atem (ja, okay, unter Wasser ist die Luft ja sowieso rar…):

Stories - DelfineDelfine. Fünf Delfine, keinen Meter von mir entfernt. Fünf Delfine, die miteinander spielten und herumtollten. Fünf Delfine, die mir den größten Schreck eingejagt, aber auch den schönsten Moment meines Lebens beschert haben. Fünf Delfine, die mich die letzten Minuten meines Schnorchelgangs begleiteten, als wäre ich eine alte Freundin, eine alte Bekannte. ‚Ach ehrlich, Franziska’, sagte ich mir mit etwas Abstand am Ende des Tages, ‚selbst mit Haien wäre es sicher ein faszinierender Moment geworden.’ Und wer weiß, vielleicht erlebe ich das ja eines Tages auch noch… ganz ohne Panik!