Die Tage werden kürzer und mittlerweile auch wieder deutlich kälter. Grund genug um langsam in Richtung Wintersaison zu blicken. Glücklicherweise haben wir bei HolidayCheck nicht nur den Bodensee vor dem Büro, sondern auch viele tolle Skigebiete direkt nebenan. Viele Kollegen nutzen das natürlich aus und verbringen die Wochenenden auf der Piste. Damit ihr auch im Winter top infomiert seid, wollen wir unsere Erfahrungen mit euch  teilen und euch regelmäßig mit Berichten aus den vielen schönen Skigebieten versorgen.

Tiefschneeabfahrten schon im Oktober

Der erste Teil führt uns gleich auf den wohl beliebtesten Gletscher Österreichs: Den Hintertuxer Gletscher. Im Tuxertal, einem Seitental des Zillertals, findet man dort Österreichs einziges Ganzjahresskigebiet. Passenderweise fand am ersten Oktoberwochenende das Pow(d)er Weekend von Antenne Bayern statt. Wir sollten also nicht die einzigen „early birds“ im Skigebiet sein.

Auf die Bretter… fertig… los…

Insgesamt acht HolidayChecker machten sich am Freitag direkt nach Feierabend auf den Weg Richtung Zillertal und erlebten bereits am Arlbergtunnel die erste Überraschung: Nach 28° am Bodensee in der Vorwoche erwartete uns eine geschlossene Schneedecke bei Temperaturen knapp über 0°. Obwohl zwei von drei Autos noch Sommerreifen drauf hatten, gestaltete sich die Anfahrt bis auf 1400m Höhe dann doch als recht unproblematisch. Trotzdem: Die Talstation des Gletschers liegt auf 1500m Höhe, Winterbereifung ab Oktober ist daher zu empfehlen, auch wenn uns schon am Samstag Morgen der Schneepflug entgegenkam.

Die Organisation der Unterkunft gestaltete sich unproblematisch, wie in der Nebensaison üblich. Von der kleinen Ferienwohnung auf dem Bauernhof bis zum Wellness Tempel direkt an der Piste ist für jeden Geschmack und Geldbeutel etwas dabei. Dabei gilt: Je näher man Richtung Gletscher kommt, desto teurer wird die Unterkunft.

Das Skigebiet

Da wir es alle kaum erwarten konnten, standen wir bereits 08:15 Uhr an der Talstation in Neuhintertux. Parken an ist dort übrigens kostenfrei. Selbst eine Tiefgarage steht zur Gratisnutzung zur Verfügung. Der Skipass kostet mit 41,50 € fast so viel wie zur Hauptsaison und das, obwohl man nur in etwa die Hälfte aller Anlagen nutzen kann. Allerdings waren wir nicht die einzigen Frühaufsteher. Neben uns gesellten sich die Trainingsteams aus fast allen Skinationen dazu. Dennoch gestaltete sich die Wartezeit erstaunlich kurz und wir saßen schon bald im Gletscherbus I zur Sommerbergalm. Selbst in der Hochsaison ist hier mit eher kurzen Warteschlangen zu rechnen, da dann die etwas ältere 6er Gondel Sommerberg hinzugeschaltet werden kann. Nach Umsteigen in den Gletscherbus II auf der Sommerbergalm (2100m) erreichten wir das Tuxer Ferner Haus (2660m), den Mittelpunkt des Gletscherskigebietes.

Blick Richtung Kaserer

Tuxer Ferner Haus

Allerdings glich das Gebiet noch eher einer Großbaustelle. Der alte (und windanfällige) 2er Sessellift an der Gefrorenen Wand wird hier gerade durch eine neue 10er Sesselbahn ausgetauscht. Die Eröffnung ist für den November geplant. Sportliches Ziel würde ich sagen, da mehr Bagger als Gondeln zu sehen waren.

Der Gletscherbus III führte uns dann schlussendlich hinauf zur Gefrorenen Wand, dem höchsten Punkt des Skigebietes auf 3250m. Hier findet sich auch der Einstieg zum Natur-Eispalast, eine Art „Erlebnisgletscherspalte“ (Eintritt 8 €). Der Name Gefrorene Wand passte an diesem Samstag dann auch ganz gut. Wind, Schnee und Nebel bei knackigen -13 Grad. Okay, wir wollten Winter… und wir bekamen ihn gleich mit allen Extremen. Das Wetter sollte sich leider an diesem Tag nur zum Ende hin leicht bessern. Am Sonntag hatten wir dafür dann aber immerhin am Nachmittag richtig gute Verhältnisse bei Sonne und blauem Himmel.

Blick vom Kaserer

Statt Nebel endlich Sonne

Erstaunlicherweise waren trotz des schlechten Wetters fast alle Gletscheranlagen offen. Lediglich der 3er Sessellift Schlegeis wurde wirklich vermisst. Am Olperer und der Gefrorenen Wand war jeweils nur einer der zwei Parallellifte offen. So standen uns insgesamt (mit Gletscherbus III) fünf Liftanlagen (vier Schlepplifte) bei 36km Pisten zur Verfügung. Nicht schlecht für Anfang Oktober. Vor dem Ride galt es erst einmal die Area zu checken. Lawinenwarnung gab es trotz ergiebiger Schneefälle keine. Die Gefahr im Sommer/ Herbst geht auch eher von Gletscherspalten aus, die man teilweise von der Piste nicht sieht.

Nach dem wir uns zunächst auf den Hauptpisten 3, 4 und 8 austobten, entschieden die ersten, aufgrund der schlechten Sicht, das Tuxer Ferner Haus für ein zweites Frühstück bzw. neues Equipment im Gletschershop anzusteuern. Sturmhauben und Buffs waren an diesem Tag besonders gefragt.

Better Freestyle? Betterpark!

Auch die Freestyler kommen am Hintertuxer Gletscher auf Ihre Kosten. Am Olperer findet man den Betterpark mit Easy-, Medium und Pro Line sowie einer einzigartigen Superpipe. Der Park ist jedoch nur zwischen April und Juli sowie September bis Dezember präpariert. während der Wintersaison weicht man in den größeren Penkenpark aus, welcher sich nicht im Gletscherskigebiet befindet. Leider war an diesem Wochenende nur die Easy Line präpariert. Für den Saisonstart reichte die aber allemal aus. Ab dieser Saison wird es zudem den neuen Rookiepark an der Sommerbergalm geben. Der Betterpark ist in der Vorsaison auch öfter Schauplatz der ersten Contests wie z.B. beim Hotzone.tv Park Opening Anfang Oktober.

Pow(d)er Time

Nachdem es in der Nacht ordentlich geschneit hatte, boten sich am Kaserer die ersten Freeridemöglichkeiten der Saison. Die Qual an den zwei teilweise sehr langen Schleppliften sollte sich lohnen. Neben sehr breiten roten und blauen Pisten gibt es hier eine Vielzahl an ungefährlichen Tiefschneeabfahrten. Gerade an diesem schneereichen Wochenende, verbunden mit den relativ wenigen Wintersportlern, konnten wir hier bis zum späten Sonntagnachmittag die Oberschenkel zum Glühen bringen. Im Winter geht es dann weiter hinab, ausschließlich auf Skirouten, bis zum 2er Sessellift Lärmstange. Von hier aus kann man aber auch sofort den 3er Sessellift zum Après Ski auf der Sommerbergalm nutzen.

Après Ski

Traditionell wird Après Ski im Zillertal sehr groß geschrieben. Üblicherweise startet man im Rondell auf der Sommerbergalm in die Post-Ski Sause (es sei denn man möchte sich im Winter noch auf die Talabfahrt „schwarze Pfanne“ wagen). Mit der letzten Talabfahrt zieht das Partyvolk dann Richtung Hohenhaus Tenne, direkt an der Talstation in Neuhintertux. Hier geht es bis weit in den Abend auf der Tanzfläche zur Sache. Leider fuhren, trotz des Event Weekends, die sonst üblichen Après Ski Busse nicht. In solchen Fällen muss man entweder den letzten Sportbus um 17:55 Uhr oder ein Taxi nehmen. Wer seine Ausrüstung nicht mit zum Après Ski schleppen möchte, kann diese für 2€ pro Nacht an der Talstation verwahren lassen. Jedoch sind auch die Taxiunternehmer im Skigebiet gut ausgerüstet um Mann und Material sicher nach Hause zu bringen.

Blick von der Sommerbergalm hinauf zum Gletscher
Sommerbergalm
Piste 3 von seiner sonnigen Seite
Gletscherabfahrt

Fazit: Der Gletscher für 365 Tage Pistenspaß

Das Skigebiet bietet alles was man sich als Snowboarder und Skifahrer wünscht. Die Pisten sind teilweise extrem breit, gut präpariert und auch für Anfänger geeignet. Es gibt zudem genug Möglichkeiten für Freerider und Freestyler. Die Vielzahl an Anlagen lässt kaum Wartezeiten anfallen. Leider sind diese Anlagen aber meist kräftezerrende Schlepplifte. Weiterhin fiel der doch recht hohe Skipasspreis für die Nebensaison negativ auf. Abschließend bleibt zu sagen, dass die Zillertaler ein sehr gastfreundliches Völkchen sind. Das fängt schon beim gut gelaunten Liftwart an der Talstation an. Auch die Servicekräfte auf den Hütten oder im Skiverleih sind gut gelaunt und hin und wieder auch beim Après Ski anzutreffen. Ein fast perfekter Start in die diesjährige Saison!