OLG_ReisebüroEine Urlaubsreise abzusagen tut nicht nur der Seele, sondern möglicherweise auch dem Geldbeutel weh.
Und da das Thema Reiserücktritt ein recht undurchsichtiges Feld ist, möchte ich ein wenig Licht ins Dunkel bringen.

Soviel vorab: Grundsätzlich ist niemand verpflichtet, eine Reise anzutreten! Man muss also nicht in das wunderschöne 5*-Hotel mit exzellentem Essen und garantiertem Wohlfühlfaktor – wenn man nicht möchte ;).

Ein Reiserücktritt ist jederzeit und ohne Angabe von Gründen nach § 651 i BGB möglich. Es stellt sich vielmehr die Frage nach den Kosten.

Bei einem Rücktritt des Urlaubers vor Reiseantritt verliert der Reiseveranstalter den Anspruch auf den Reisepreis, kann aber im Gegenzug eine angemessene Entschädigung verlangen. Meist haben die Veranstalter in ihren AGBs eine Stornoklausel, die die Entschädigungshöhe mit einem Prozentsatz , gestaffelt nach dem Zeitpunkt des Rücktritts, enthält. Das ist vielfach einfacher, als den konkreten Wert – Reisepreis minus ersparter Aufwendungen – zu errechnen.
Aber Vorsicht: Je später der Reiserücktritt erfolgt, desto teurer wird die Angelegenheit.

Ein kostenfreies Storno ist in Ausnahmefällen möglich:

1. Wenn die Reise mit einem erheblichen und nicht änderbaren Reisemangel behaftet ist. Z.B wenn bei der Buchung einer Safari-Reise bekannt wird, dass die Elefanten, die den Hauptteil der Safari ausmachen, im gebuchten Jagdgebiet kaum mehr vorhanden sind.

2. Wenn eine wesentliche Leistungsänderung oder Preiserhöhung (mehr als 5%) erfolgt.

3. Wenn ein Fall von höherer Gewalt vorliegt. Voraussetzung hierfür sind unvorhersehbare, von außen kommende Ereignisse, durch welche die Reise erheblich erschwert, gefährdet oder beeinträchtigt wird. Denkbar sind Terroranschläge und Kriegsgefahr im Urlaubsland.
Höhere Gewalt kann auch ein Hurrikan sein – die Rechtsprechung ist hier recht verbraucherfreundlich und setzt das Risiko des Gefahreneintritts relativ niedrig an.
Tipp: Unbedingt auf Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes achten!
Liegt eine Einreisewarnung vor, kann man meist kostenfrei stornieren.

Die häufigsten Gründe für eine Absage sind definitiv Krankheit und Tod.

Da niemand für eine nicht angetretene Reise bezahlen möchte, empfiehlt sich der Abschluss einer Reiserücktrittversicherung. Diese springt ein, wenn persönliche Gründe vorliegen: Unerwartet schwere Erkrankung, Unfall, Schwangerschaft, Impfunverträglichkeit und Tod eines nahen Angehörigen.

Tipp: Unverzügliche Reisestornierung.

Ein neueres Urteil hat bestätigt, dass schnelles Handeln unabdingbar ist – andernfalls muss die Reiserücktrittversicherung nicht die vollen Kosten übernehmen. Auch wenn unsicher ist, ob man bis zum Reiseantritt nach einer schweren Krankheit wieder genesen ist, sollte man bereits bei Krankheitseintritt den Reisevertrag kündigen. Man darf nicht auf eine rechtzeitige Wiedergenesung und einen komplikationslosen Heilverlauf vertrauen. (Urteil: 114 C 32596/07)

Tipp: Eine echte Alternative, wenn man eine Reise selbst nicht antreten kann, ist die Benennung einer Ersatzperson.

Eine Ersatzperson tritt quasi in den Vertrag mit ein und der Reiseveranstalter muss diese in der Regel auch akzeptieren (Ausnahme: Die 98 jährige Oma soll ersatzweise auf die geplante Hochgebirgstreckingtour)

Ein sog. „Name-Change“ kostet lediglich eine geringe Umbuchungsgebühr und ist eine super Möglichkeit, drohende Stornokosten günstig zu umgehen.

Reiserücktritt: Infos, Tipps und Fallstricke

Wenn man eine Urlaubsreise absagen muß, tut das nicht nur Seele, sondern unter Umständen auch dem Geldbeutel weh.

Das Thema Reiserücktritt ist ein weites Feld und recht undurchsichtig, und so möchte ich ein wenig Licht ins Dunkel bringen.

Soviel vorab: Grundsätzlich ist niemand verpflichtet, eine Reise anzutreten! Man muss also nicht in das wunderschöne 5*-Hotel mit exzellentem Essen und garantiertem Wohlfühlfaktor – wenn man nicht möchte 😉


Ein Reiserücktritt ist jederzeit und ohne Angabe von Gründen nach § 651 i BGB möglich. Es stellt sich vielmehr die Frage nach den Kosten.

Bei einem Rücktritt des Urlaubers vor Reiseantritt verliert der Reiseveranstalter den Anspruch auf den Reisepreis, kann aber im Gegenzug eine angemessene Entschädigung verlangen. Meist haben die Veranstalter in ihren AGBs eine Stornoklausel, die die Entschädigungshöhe mit einem Prozentsatz , gestaffelt nach dem Zeitpunkt des Rücktritts, enthält. Das ist vielfach einfacher, als den konkreten Wert -Reisepreis minus ersparter Aufwendungen – zu errechnen.

Aber Vorsicht: Je später der Reiserücktritt erfolgt, desto teurer wird die Angelegenheit.

Ein kostenfreies Storno ist in wenigen Ausnahmefällen möglich:

  1. Wenn die Reise mit einem erheblichen und nicht änderbaren Reisemangel behaftet ist. Z.B. Bei der Buchung einer Safari-Reise wird bekannt, dass die Elefanten, die den Hauptteil der Safari ausmachen, im gebuchten Jagdgebiet kaum mehr vorhanden sind.

  2. Wenn eine wesentliche Leistungsänderung oder Preiserhöhung (mehr als 5%) erfolgt.

  3. Wenn ein Fall von höherer Gewalt vorliegt. Voraussetzung hierfür sind unvorhersehbare, von außen kommendes Ereignisse, durch welche die Reise erheblich erschwert, gefährdet oder beeinträchtigt wird. Denkbar sind Terroranschläge und Kriegsgefahr im Urlaubsland.
    Tipp: Unbedingt auf Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes achten! Liegt eine Einreisewarnung vor, kann meist kostenfrei stornieren.
    Höhere Gewalt kann auch ein Hurrikan sein – die Rechtsprechung ist hier recht verbraucherfreundlich und setzt das Risiko des Gefahreneintritts relativ niedrig an.

Soviel zu den Super-Ausnahmen…

Die häufigsten Gründe für eine Absage sind definitiv Krankheit und Tod.

Da niemand für eine nicht angetretene Reise bezahlen möchte, empfiehlt sich der Abschluss einer Reiserücktrittversicherung. Diese springt ein, wenn persönliche Gründe vorliegen: Schwere Erkrankung, Unfall, Schwangerschaft, Impfunverträglichkeit und Tod eines nahes Angehörigen.

Tipp: Unverzügliche Reisestornierung.
Ein neueres Urteil hat erneut bestätigt, dass schnelles Handeln unabdingbar ist – andernfalls muß die Reiserücktrittversicherung nicht die vollen Kosten übernehmen. Auch wenn unsicher ist, ob man bis zum Reiseantritt nach einer schweren Krankheit wieder genesen ist, sollte man bereits bei Krankheitseintritt den Reisevertrag kündigen. Man darf nicht auf eine rechtzeitige Wiedergenesung und einen komplikationslosen Heilverlauf vertrauen. (Urteil: 114 C 32596/07)

Tipp: Eine echte Alternative, wenn man eine Reise selbst nicht antreten kann, ist die Benennung einer Ersatzperson.

Eine Ersatzperson tritt quasi in den Vertrag mit ein und der Reiseveranstalter muß diese in der Regel auch akzeptieren (Ausnahme: Die 98jährige Oma soll ersatzweise auf die geplante Hochgebirgstreckingtour)

Ein sog. „Name-Change“ kostet lediglich eine geringe Umbuchungsgebühr und ist eine super Möglichkeit, drohende Stornokosten günstig zu umgehen.