FlugzeugVulkanausbruch samt Aschewolke, Überschwemmungen und terroristische Anschläge gelten als höhere Gewalt. In puncto Reisen können Urlauber in einigen Fällen eine bereits gebuchte Reise kündigen.

So buchte ein deutsches Ehepaar laut Zeit Online über ein Reisebüro ihre Karibikkreuzfahrt, die in Fort Lauderdale in den USA starten sollte. Hin- und Rückflüge buchten die späteren Kläger gesondert, doch genau der Flug, der die beiden zum Startpunkt der Kreuzfahrt bringen sollte, konnte aufgrund der berühmten Aschewolke nicht durchgeführt werden. Am Tag vor dem geplanten Abflug kündigte das Paar die Kreuzfahrt wegen „höherer Gewalt“ und forderte die geleistete Anzahlung zurück. Diese wollte das Reisebüro nicht erstatten und forderte stattdessen Stornogebühren in Höhe von 90 Prozent des Reisepreises, die es an den Reiseveranstalter gezahlt hatte.

Der Bundesgerichtshof stellte zunächst fest, dass es sich bei dem Kreuzfahrtvertrag rechtlich gesehen um einen Reisevertrag handelt. Da die Beförderung mit dem Schiff, Übernachtungsmöglichkeit, Verpflegung und Unterhaltung in einem Paket angeboten werden, handelt es sich um eine einheitliche Reise. Entsprechend war die Kündigung möglich und wirksam. Das Paar musste keine Stornogebühren zahlen. Die geleistete Anzahlung erhielten sie vom Reisebüro allerdings auch nicht zurück. Dafür hätten sie sich an den Reiseveranstalter wenden müssen.