Urlaub an der Nordsee – eine echte Alternative zum Badeurlaub am Mittelmeer?! HolidayCheck-Userin Doris findet: Auf jeden Fall !! Heute erzählt sie uns in ihrem Reisebericht von ihrem einwöchigen Urlaub auf der autofreien Insel Spierkeroog.

Als erfahrene Nordseeurlauber und eigentliche Amrumfans waren wir zum ersten Mal auf Spiekeroog. Warum denn nun Spiekeroog? Wir hatten nur eine gute Woche Zeit und die Fahrt nach Spiekeroog ist runde 600 km weit im Vergleich zu Amrum mit 800 km. Außerdem ist die Strecke einfacher und flotter zu fahren, da die Großstadt Hamburg nicht umfahren werden muss.

Fähre

Fähre

Wir fuhren gemütlich an einem Sonntag los. Eine Zwischenübernachtung in Neuharlingersiel mit einem hübschen Hafen war vorgebucht. Muss nicht sein, war aber trotzdem sehr entspannend – und das Wetter war soooo schön, genau die richtige Urlaubseinstimmung.

Am nächsten Morgen fuhren wir an den Hafen, schauten uns alles genau an, gingen spazieren und verbrachten so die wenigen Stunden bis zur Abfahrt der Fähre. Zur Erinnerung; Spiekeroog ist eine autofreie Insel, also muss das Auto an Land sicher untergebracht werden.

Eine gute Stunde vor Fahrtantritt konnte man das Auto in den Spiekerooger Garagen unweit des Hafens für die Dauer des Urlaubs parken. Übrigens finde ich erwähnenswert: Die Tickets für die Fähre habe ich von zu Hause aus im Internet gebucht, gleichzeitig mit dem Fähre-Ticket wird die Kurtaxe abgezogen. Super Sache!

Dennoch muss man die „richtigen“ Tickets nochmals am Schalter oder Automaten ziehen, auch die Kofferbanderolen, wenn man diese mit Zustellservice zum Urlaubsquartier buchen möchte, was wir gemacht haben.

Und dann endlich auf die Fähre. So was habe ich als erfahrene Amrumurlauberin, die schon oft mit Fähren zur Insel gefahren ist, noch nie erlebt! Diese Fähre war so voll, man bekam es fast mit der Angst zu tun. Touristen, Urlauber, Tagesgäste, Schulklassen, Ausflügler, voll voll voll – hoffentlich geht das Ding nicht unter… Nach 50 Minuten kamen wir auf Spiekeroog am Hafen an. Es dauerte eine gefühlte Stunde, bis die Menschenmassen an Land waren.

Wir machten uns zu Fuß auf den Weg. Nach rund 20 Minuten (wir hätten es auch schneller geschafft, aber man musste ja auch gucken) haben wir unser Quartier erreicht. Die Insel begeisterte uns sofort, sie empfing uns mit Bilderbuchwetter, die Sonne schien, der Ort – es gibt nur einen auf der Insel – ist so süß, so gemütlich, so kuschelig. Die Häuser, meistens aus Backstein mit roten Dächern und mit ihren grünen Giebeln, haben uns gleich gut gefallen.

Nordsee!

Nordsee!

Unsere Ferienwohnung war hübsch, hell und freundlich und alles da, was der Urlauber so braucht. Auch die Lage war perfekt, nicht direkt im Ort, aber schnell zu erreichen und auch zum Strand und Watt war es nicht weit. Aber die Insel ist ja auch nicht so groß. Dennoch haben wir es nicht geschafft, alle „Sehenswürdigkeiten“ in einer Woche zu besuchen.

Und den gesamten Strand auf einer Länge von 15 km abzulaufen, das haben wir auch nicht ganz geschafft.

Am nächsten Tag – wunderschönes Wetter, Sonne scheint, es ist warm – erst mal an den Strand. Ein kleines Wäldchen, Dünen, Sand, Möwen, blauer Himmel, weiße Wolken – Nordseegeruch – wunderschön. Ein herrlicher Strand, breit und fester heller Sand, ein gutes Laufgefühl. Ja, das ist Urlaub!

Zurück im Dorf schauten wir erst einmal, ob es ein schönes Café und ein nettes Fischlokal für abends gibt. Und ja, es gibt alles, nette Cafés (Inselcafé, aber auch Teetied), gute Restaurants (am besten gefallen hat es uns im Capitänshaus, in der Linde und in der netten Dünenklause), schöne Geschäfte, guter Feinkostladen mit leckerem Käse und Wein.

Inselcafe

Inselcafe

Spiekeroog ist eine richtige Inselwelt. Man muss sich bewusst machen, dass alles, was der Einheimische und der Urlauber so braucht, auf diese Insel zu transportiert werden muss. Wahnsinnslogistik, bewundernswert!

Zu dieser Zeit war es sehr heiß im übrigen Deutschland, auf der Insel war es warm, aber angenehm, immer windig, oft sonnig, dann wieder wolkig. Mein Mann war sogar mal im Meer – der Strandkorbvermieter gab die Wassertemperaturen mit 17 Grad an, es waren aber tatsächlich nur 15 Grad, aber einmal drin geht’s dann.

An einem Tag hatten wir ein ungewöhnliches Wettererlebnis: SEENEBEL! Vom Ort aus kriegte man das gar nicht so mit, erst auf dem Weg zum Strand wurde es immer trüber, Nebelschwaden kamen aus den Dünen, es sah richtig gruselig aus. Man sah gar nichts, gespenstisch. Es war warm, wir liefen ein ganzes Stück, der nächste Mensch stand plötzlich vor uns, man sah ihn nicht kommen. Wir wären orientierungslos gewesen, wenn wir nicht nur hin- und hergelaufen wären. Es war eine ganz eigentümliche Stimmung.

Idylle pur

Idylle pur

Auch dieser Nachmittag endete dann – in einer Teestube. Das Teetrinken macht auf einer ostfriesischen Insel besonders Freude, da sehr stilgerecht, immer ein hübsches Teegeschirr, immer auf Stövchen serviert, da bleibt der Tee heiß, und Ostfriesentee gibt’s natürlich immer mit Kluntje und Sahne.

Und so ging die Urlaubswoche bald zu Ende. Gefehlt hat mir in der Zeit ehrlich gesagt nur eines: mein Fahrrad. Manchmal eine Besorgung mit dem Rad, zum Brötchen kaufen, oder wenn man viel gelaufen ist und die Knie schmerzen, das wäre das Tüpfelchen auf dem i gewesen.

Die Rückfahrt am Montagmorgen mit der Fähre war dann problemlos, es regnete, der Abschied fiel uns so leichter. Die Fähre war auch nicht so voll, es war ja Montagmorgen. Zurück auf dem Festland muss man sich erst mal an den Lärm der Autos gewöhnen, die Ruhe auf der Insel tut so richtig gut, man merkt es aber erst später.

Mein Fazit: Unsere deutschen Inseln können in punkto Strand wirklich mithalten! Nach solchen Stränden wie z.B. auf Spiekeroog oder Amrum könnt ihr in Europa ansonsten lange suchen.

Wir probieren nun auch keine andere Nordsee-Insel mehr aus, die beiden schönsten haben wir gefunden. AMRUM – die nordfriesische – SPIEKEROOG – die ostfriesische.