Panama – jedes Kind kennt dieses Land – zumindest aus der bekannten Geschichte vom kleinen Tiger und seinem Freund, dem Bären. Auch ich träume schon seit meiner Kindheit davon, einmal dorthin zu reisen. Und wie es der Zufall so will, ergibt sich tatsächlich die Möglichkeit, einen Abstecher in das Land zu machen, in dem die Luft vom süßen Duft der Bananen erfüllt ist (zumindest in meiner Vorstellung)…

Tolle "Reisegruppe"

Tolle „Reisegruppe“

Eigentlich bin ich in Costa Rica. Das war zumindest der ursprüngliche Plan. Drei Wochen Rucksack-Urlaub durch das „Land der reichen Küste“ standen auf dem Programm. Nach zwei Wochen rastlosem Reisen, wilden Canopy-Touren durch den Urwald und ausgelassenen Salsa-Partys reicht es mir. Ich will mehr, ich will nach Panama!

Also schließe ich mich kurzerhand meiner mittlerweile sehr liebgewonnenen kleinen Reisegruppe an: ein deutsches Mädchen, ein Amerikaner und eine Amerikanerin. Gemeinsam machen wir uns auf den Weg per Bus, Shuttle und Boot zu unserem Ziel: Bocas del Toro (deutsch: Münder des Stieres), ein kleines Inselarchipel in der Karibik.

Der Reisebus bringt uns von Puerto Viejo nach Sixaola an der panamanesischen Grenze. Alle aussteigen, ab jetzt geht es nur noch zu Fuß weiter! Bitte was? Ja, genau. Die Grenze zwischen Costa Rica und Panama ist an dieser Stelle nämlich nur eine winzige, alte, wackelige Holzbrücke. Über diese kraxeln wir mit unseren schweren Rucksäcken und sind froh, als wir ohne zu stolpern auf der anderen Seite ankommen.

Grenzübergang

Grenzübergang

Nächster Schritt: das Visum. Eigentlich darf man nur einreisen, wenn man ein gültiges Ausreiseticket besitzt. Haben wir nicht! Zum Glück sind wir in Lateinamerika, denn neben dem Visumsschalter befindet sich (welch Zufall!) ein Ticketschalter, an dem man unproblematisch für rund 8 Euro ein Busticket für die „Weiterreise“ kaufen kann. Für uns ist das praktisch, für die Panamaer eine zusätzliche Geldquelle. Eine Hand wäscht die andere, wunderbar.

Wir investieren in ein etwas teureres Shuttle mit Klimatisierung, welches uns von der Grenze direkt zum Dörfchen Almirante bringt. Dort steigen wir in kleine Motorboote um. Schwimmwesten an und los geht die holprige Fahrt, vorbei an kleinen, grünen Inselchen, auf denen nur vereinzelt Häuser auf dünnen Stelzen stehen. An das Bootfahren werden wir uns wohl in den nächsten Tagen gewöhnen müssen: Inselhopping ist in Bocas ganz normal.

Ich habe mir schon vorher ein kleines Hostel ausgewählt und finde es auf Anhieb total toll. Was auffällt: Es ist supersauber. Das ist alles andere als normal in Lateinamerika. Das Zimmer ist klein, aber durchaus ausreichend, gut geschnitten mit Ventilator und geräumigem Bad. Meine „Reisegruppe“ zieht in ein Hostel um die Ecke, dort gibt es 8-Bett-Zimmer zu günstigeren Preisen.

Yummy!

Yummy!

Am nächsten Morgen heißt es erstmal: Entschleunigung! Es gibt nicht viel zu tun, das Wetter ist herrlich, die Leute gut drauf, ab an den Strand. Und hier ist er nun: der Karibikstrand. Palmen wiegen sich sanft im Wind, das Wasser ist glasklar und lauwarm und der Sand schneeweiß. Daran könnte ich mich gewöhnen! Wir verbringen die Tage mit Inselhopping, Spazierengehen, Sonnenbaden und Cocktailtrinken in einer zauberhaften kleinen Bar direkt am Wasser (der beste Piña Colada der Welt!).

Schließlich raffen wir uns doch mal auf und unternehmen eine Tour zu einer Kakaoplantage. Konditionsschwach und urlaubsfaul wie wir sind, klettern wir schweren Atems den steilen Berg hinauf. Unterwegs erfahren wir alles Erdenkliche über die kostbaren Bohnen, bis wir schließlich zu einer kleinen Hüttte kommen, in der uns schon der Duft von köstlicher Schokolade erwartet. Die frisch gerösteten Bohnen werden von der Schale befreit und dann mithilfe von zwei Steinen zu einem zähen Brei zerquetscht. Etwas Zucker dazu und voilà – ich esse zum ersten Mal in meinem Leben 100% Schokolade. Ein Genuß! Natürlich decke ich mich noch ausreichend mit Schokolade, Bohnen und sonstigen essbaren Souvenirs ein (lokale Wirtschaft ankurbeln!), verdrücke das meiste aber schon auf dem Weg zurück in den Ort.

Traumhaft!

Traumhaft!

Abends heißt es Party Time im lokalen Club. Dieser ist, wie eigentlich alle Häuser in Bocas, die direkt am Wasser gebaut wurden, zum Meer hin geöffnet, mit Steg und offener Terrasse. Wem vom Tanzen zu heiß geworden ist, der springt einfach kurz ins kühle Nass. Herrlich!

Letzter Punkt auf der To-Do-Liste: Red Frog Beach. Seinen Namen hat er von den kleinen, roten Fröschen, die im Gestrüpp rund um den Strand leben. Wer allerdings einen sehen will, muss zahlen: Die lokalen Jungs fangen die Frösche und tragen sie in der hohlen Hand von Urlauber zu Ualruber. Smart Business! Wir verzichten auf dieses Angebot und verbringen einen wundervollen Tag im Paradies.

Abends genießen wir karibisches Coconut Curry mir frischen Shrimps und fruchtigen Cocktails, dazu den traumhaften Sonnenuntergang. Ich beschließe, mich selber zu „upgraden“ und ein Zimmer im gegenüberliegenden Hotel zu nehmen, direkter Meerblick, Balkon, fantastischer Ausblick. Wow! Dieser Tag ist wirklich perfekt!

Wie heißt es noch gleich? Wenn’s am schönsten ist, soll man gehen… Na dann tue ich das doch! Auf Wiedersehen Panama, auch wenn kein Bananenduft durch deine Luft zieht, es war wirklich wundervoll !