Eine Reise durch den Oman?! Klingt ungewöhnlich, oder? Urlauberin Carina hat es getan – und zwar erst letzten Monat. Was sie dort erlebt hat, erzählt sie euch in ihrem Reisebericht. Viel Spaß beim Lesen!

Warm sollte es sein im November. Authentisch und noch nicht touristisch überlaufen. Eine andere Welt mit einer Mischung aus Kultur und Natur. Und sicher zu bereisen. Das war mein Anforderungsprofil für meine letzte Reise und so landete ich schließlich im Oman. Mit einer geführten Studienreise ging es durch den Norden und für einen kurzen Abstecher auch in den Süden des Landes.

Der Oman ist flächenmäßig ähnlich groß wie Deutschland. Hat aber nur 2 Mio. Einwohner. Klar, ein großer Teil der Fläche ist karg und über viele Kilometer erstrecken sich Geröll und unbewohntes Land. Aber der Oman ist ein reiches Land mit Öl, Gas, Bodenschätzen und auch mit genügend Wasser. Und mit einem Sultan, der vor 40 Jahren seinen Vater stürzte und das Land seitdem stetig nach vorne treibt.

Oman

Sultan Qaboos Moschee

In nur 40 Jahren entstanden Straßen, sämtliche Infrastruktur, Schulen und es gibt eine Krankenversicherung für jeden. Sultan Qaboos kümmert sich großzügig um die Bedürfnisse der Menschen und somit zeigt sich das Volk als überaus freundlich und offen.

Die meisten sprechen Englisch und als Ausländer wird man auch in westlicher Kleidung respektiert. Ein Kopftuch wird nur in den Moscheen benötigt. Für omanische Frauen gibt es keine Pflicht sich zu verhüllen; die meisten tun es aber trotzdem und aus meiner Sicht gehört genau das auch zur arabischen Kultur dazu. Besonders die weißen Dischdaschas (Gewänder) der Männer stellen nicht nur schöne Fotomotive dar, sondern sind Zeichen eines Landes, das Tradition und Zukunft immer mehr verbindet. Der Oman wird übrigens als arabische Schweiz bezeichnet; es gibt kaum Kriminalität und das Reisen ist durchweg angenehm und sicher.

Die Reise startete in Muscat, einer auf den ersten Blick eher unspektakulären Hauptstadt, die sich aber schön in  die Bergwelt bettet und auf den zweiten Blick kleine Kostbarkeiten bietet. Die Sultan Qaboos Moschee ist der erste Hingucker, sie ist am Vormittag auch für Touristen geöffnet und mit dem verarbeiteten Marmor und dem riesigen Swarowski-Kronleuchter wunderschön. Der Souk ist zwar mit anderen großen Basaren nicht unbedingt zu vergleichen, ist aber der größte des Landes, bietet Gewürze, Gewänder und Düfte und liegt im kleinen Hafen der Stadt, nicht allzu weit entfernt vom modernen Sultanspalast.

Oman

Fischmarkt in Seeb

Die Rundreise führt über das kleine Fischerdorf Seeb mit einem einmaligen Fischmarkt, auf dem u.a. auch kleine Haie feil geboten werden, weiter nach Nakhl, einer alten Festungsanlage mit Blick über das Land und gemütlichen Räumen, die zum Verweilen einladen.

Mit dem Jeep beginnt dann die spannende Fahrt durch das Gebirge. Entlang ausgetrockneter Flussbetten geht es mitten durch rund 1.200m hohe Berge mit fantastischen Ausblicken.

Nicht selten tun sich unglaubliche Wadis (Trockentäler) auf, mit üppigem Palmen- und Pflanzenbewuchs und Wasserstellen mit türkisklarem Wasser. Ähnlich faszinierend wirkt auf mich die Wüste Wahiba Sands. Neben den allzeit präsenten Dromedaren besticht diese durch abwechslungsreiche Dünenformationen, durch die die Jeepfahrt besonders viel Spaß macht.

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Viehmarkt in Nizwa

Ein weiteres Highlight der Reise ist der Markt in Nizwa. Vor der Kulisse einer weiteren beeindruckenden Festungsanlage findet hier der Viehmarkt statt, auf dem man sich schnell einige Jahrhunderte zurückversetzt fühlt und der einen das Leben der omanischen Bergvölker wenigstens annäherungsweise erahnen lässt.

Interessant ist auch das alte Dorf Al Hambra. Die teilweise bereits verfallenen Lehmhäuser dienen noch heute als Heimat der vielfach eingewanderten Pakistani. In einem kleinen Museum wird ein Bild des Lebens der Omanis vermittelt – von Frauen, die in bunte Gewänder gewickelt harte Arbeit vorführen.

Der dann anschließende Flug in den Süden des Landes, die Dhofur-Region, ist durchaus lohnenswert. Es bieten sich mehrere Tage Aufenthalt an, da auch hier der Mix aus Küste, Gebirge und Wüste reizvoll ist. Beeindruckend ist die Ausgrabungsstätte Samhuram mit mittlerweile versandetem Hafen. Die kleine Stadt Mirbat muss nicht unbedingt besucht werden – wird in den nächsten Jahren aber einige Hotelanlagen beherbergen.

Momentan befindet sich an der wunderschönen Steilküste nur ein kleines Cafe mit Blick zu den Blowholes. Aufgrund der Gezeiten konnte ich diese leider nicht in Aktion sehen, aber die Küstenkulisse ist auch ohne die hohen Wasserfontänen wunderschön.

Nicht ganz so spektakulär sind die oft angepriesenen Weihrauchbäume, obwohl die Gewinnung des kostbaren Harzes durchaus interessant ist. In Salalah finden sich neben dem eher kümmerlichen Weihrauchsouk breite und kilometerlange Sandstrände ohne Liegestühle und mit nur wenigen Touristen.

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Strand in Muscat

Die Krönung ist ein Motorbootausflug inmitten eines großen Delfin-Schwarms und Schnorcheln in einer ruhigen Bucht vor Muscat. Bunte Fische, eine riesige Schildkröte und ein Spaziergang am langen Sandstrand – das ist das perfekte Reiseende!

Ja wie hat es mir also gefallen? Der Tourismus im Oman befindet sich noch in der Aufbauphase. Genau das macht das Land so reizvoll. Klar, man kann in die großen Hotels am Strand fahren und nur die Sonne genießen. Der Oman bietet aber so viel mehr und ist auf jeden Fall eine 2-wöchige Reise wert, wenn man Interesse an einem traditionellem arabischen Land hat, das hoffentlich noch lange seinen Charme behält.