Heute gibt es mal wieder einen Reisebericht von mir – über meinen Kurztrip nach Südtirol! Da soll man gut essen können und die Hotels haben bei HolidayCheck die höchsten Weiterempfehlungsraten von allen Regionen überhaupt. 94,5 Prozent aller Urlauber empfehlen ihr Hotel tatsächlich weiter. Unglaublich, diese Zahl erreicht keine andere Region. Der Durchschnitt liegt gerade einmal bei 85 Prozent. Und ich? Ich war noch niemals in Südtirol. Das geht so nicht weiter! Gedacht, getan! Frau und Sohn eingepackt und los. Ein 3-Tages-Tapetenwechsel.

Reisebericht SüdtirolAnkunft Meran. Mitten rein. Auf Anhieb das Hotel Europa Splendid gefunden. Ein Pulk Italiener, also in Meran muss man wohl besser sagen: ein Pulk italienisch sprechender Gäste, versperrte mir fast den Weg. Knappe Anweisung an der Rezeption, wie und wo wir ein paar Minuten zum Ausladen parken dürfen. Draußen stolzierte schon der Stadtsheriff mit seinen blitzblank weißen Gürteln und weißem Täschchen für die Strafzettel. Später rauf aufs Zimmer.  Seltsam, gar keine Familiensuite wie reserviert. Bloß ein Doppelzimmer mit Zusatzbett  – nun ja, so ein Metallklappbett  wie aus einem schwedischen Möbelhaus. Unser Sohn wirft sich  – leicht enttäuscht – darauf und kracht sogleich damit ein. Wie ein Taschenmesser klappt das Notbett zusammen. Empört und kichernd ob des kuriosen Bildes gehen wir runter zur Rezeption. Der Portier eilt verblüfft hoch in unser Zimmer und reagiert peinlich berührt, aber pfeilschnell. Oh, die Familiensuiten seien leider schon alle ausgebucht gewesen, aber würde Ihr Sohn denn notfalls auch in einem  Einzelzimmer schlafen wollen? Welch Frage! Die jugendlichen Augen eines 14-jährigen blitzen vor Freude! Allein mit dem iPod, allein mit dem TV. Keine nervenden Eltern. Wow! Und die Eltern übrigens nicht minder begeistert.

Reisebericht SüdtirolWas tun in Meran? Zuerst durch die Altstadt laufen. Wirken lassen. Durch die Lädchen der Laubengasse stöbern. Empfehlenswert ist das aber nur an Werktagen, sonst schieben sich nur Touristen (wie wir) und Sonntagsspaziergänger durch. Viele junge Leute sind unterwegs, überall italienische Satzfetzen, ganz im Gegensatz zu sonntags. Da herrscht dann eher die deutsche Sprache vor. Als nächstes hoch mit der Seilbahn nach Dorf Tirol. Und schon wird alles älter. Also, die Menschen, meine ich. Die Häuser dagegen sehen eher jünger aus als in der Stadt unten. Ausnahme bildet natürlich das Schloss Tirol hoch oben. Schöne Ecke zum Wandern und Einkehren.

Reisebericht SüdtirolAm Abend zuvor haben wir uns spontan für das Gala Dinner des Hotels entschieden. Zufällig hatte ich nämlich Geburtstag 😉 Sonntags wird im „Splendid“ nur für das Gala Dinner gekocht. Die reguläre Speisekarte verschwindet dann. Also: Auf der Dachterrasse Aperitif mit der Hoteliersfamilie und anschließend zum 6-Gänge-Dinner in den Jugendstil-Speisesaal (ich liebe überhaupt diese Jugendstil-Prachtbauten!). Gebackener Camembert mit Preiselbeermarmelade, dann Petersilienwurzelcremesuppe mit Blätterteigkissen und anschließend ein pochiertes Ei auf getrüffeltem Spinat. Und als Päuschen noch ein Passionsfrucht-Sorbet. Ich hatte anfangs große Sorge, dass unser 14-Jähriger die Nase ob dieser Speisefolge rümpft. Aber nein!  Weit gefehlt. Er hat sogar die Betüddelung durch den Kellner und das Spiel mit dem vielen Besteck genossen. Und alles gnadenlos aufgegessen. Apropos, weiter geht’s: Ein auf der Zunge zergehendes Rindsfilet in Lagreinjus an Gratinkartoffel und Steinpilzsouffle. Zum Abschluss eine Katalanische Creme mit Walnusseis. Anschließend setzen wir uns auf die Terrasse vor dem Hotel. Jazz und anderes aus den Gassen. Musik hören, Leute gucken, Quatschen, Rotwein trinken. Man gönnt sich ja sonst nichts!