Unsere liebe Kollegin Sandra aus der Online Travel Agency hat sich einen Traumurlaub gegönnt: Schnell noch mal Sonne tanken vor dem Weihnachts-Marathon. Was sie dort erlebt hat, erzählt sie euch heute in ihrem spannenden Reisebericht.

Strand am Carbet mit Blick auf den Vulkan

Strand am Carbet mit Blick auf den Vulkan

In diesem Jahr wartete ein ganz besonderer 1. Advent auf mich: Karibische Strände, Sonne satt und Temperaturen über 30 Grad statt Weihnachtsplätzchen, Glühwein und Winterstiefel.

Die Uhr um 5 Stunden zurückgestellt – Bienvenue Martinique! Trotz des anstrengend langes Fluges von 9 Stunden mit Umstieg in Paris, inklusive des nervenaufreibenden Flughafenwechsels innerhalb Paris (Flug mit Air France von Zürich nach Paris Charles de Gaulle, Bustransfer von dort einmal quer durch die Stadt zum Flughafen Orly, danach Flug von Paris Orly nach Martinique), fühlte ich mich bei der Ankunft auf Martinique wie neu geboren.

Martinique gehört zu den Französischen Antillen und ist als ehemalige Kolonie wie das nördlicher gelegene Guadeloupe ein Überseedepartement Frankreichs. Deswegen ist Martinique ein vollwertiger Teil der EU. Fast 7000 km entfernt…irgendwie verrückt,  oder?! Die Einreise mit dem deutschen Personalausweis sowie der Euro als Zahlungsmittel auf der Insel sind damit also kein Problem.

Über 90% der Bevölkerung stammt von ehemaligen afrikanischen Sklaven ab und ist daher schwarz. Französisch wird (zusätzlich zu der kreolischen Sprache) überall verstanden und gesprochen. Mit Englisch kommt man wiederum leider nicht sehr weit… und ich spreche leider kein Französisch. Ich war also auf Hilfe angewiesen!

Am Flughafen erwartete uns bereits der Guide Ricci, ein großer, schlanker, „Rasta-Man“,  für eine erste Tour mit dem SUV über die Insel.  Genau so habe ich mir die Einheimischen hier vorgestellt! Und: Er spricht englisch, juhu!

Ausblick vom Botanischen Garten aufs Meer

Ausblick vom Botanischen Garten aufs Meer

Wusstet ihr, dass „Rasta“ eine Religion ist? Ich nicht. Der vollständige Name dieser ursprünglich jamaikanischen Glaubensrichtung lautet „Rastafari“. Ricci gehört dieser Religion an und erzählte uns viel von seiner Lebensweise. Er kennt sich unglaublich gut in Natur- und Pflanzenheilkunde aus, so wie alle Rastas hier.

Weiter ging es über die Insel, vorbei an grünen Plantagen und mit Stopp an einer Rumfabrik und einem wunderschönen Botanischen Garten. Grün ist die überwiegende Farbe, wenn man über die Insel  fährt: das Grün des Regenwalds, das Grün der Bananenplantagen, das Grün von Weiden, auf denen braun-weiße Kühe grasen, das Grün von Zuckerrohr.

Im kleinen Hotel Le Panoramic checkte ich am Abend ein und schlief, kurz nach meiner Begeisterung über die Herzlichkeit des Personals, ein wie ein Stein… um gegen 5:30 Uhr morgens top-ausgeschlafen aufzuwachen. Hallooo Zeitverschiebung! Super, viel Zeit für einen neuen Tag voller neuer Eindrücke.

Rechts und links am Straßenrand gibt es immer wieder kleine Verkaufsstände oder kleine Märkte mit frischem Obst, frisch gefangenem Fisch und Gewürzen. Nie zuvor habe ich so große Avocados gesehen!  In den  Restaurants bekommt man zu jeder Tageszeit frisch gefangenen, gegrillten Fisch. Lecker!

Frisches Obst auf dem Markt

Frisches Obst auf dem Markt

Und Rum! Vor dem Essen, während des Essens, nach dem Essen. Wahlweise pur, mit Zucker und Limette (ergibt das landestypische Getränk „Ti Punch“) oder die mildere Variante gemischt mit Fruchtsaft. Dank der Zugehörigkeit zu Frankreich sind Sauberkeit, Sicherheit, Infrastruktur und Warenvielfalt auf der Insel sehr europäisch. Die Kehrseite ist allerdings, dass Martinique fast nur aus Frankreich mit Waren versorgt wird. Das führt dazu, dass die Supermärkte eine große Auswahl haben, diese aber sehr teurer ist. Insgesamt muss man für alle Waren 20-30% mehr bezahlen – Früchte, Fisch und Rum ausgenommen, weil diese einige der wenigen Waren sind, die selbst auf der Insel hergestellt werden.

Die Bevölkerung lebt vorwiegend im Süden der Insel, während der Norden vom dichten tropischen Regenwald und dem 1.397 Meter hohen Montagne Pelée dominiert wird. Obwohl meist in Wolken verborgen, darf man diesen aktiven Vulkan nicht unterschätzen: Bei dem verheerenden Ausbruch von 1902 starben 30.000 Menschen. Die damalige Hauptstadt Saint-Pierre an der Westküste war komplett unter Lava begraben.

Regenwald im Norden der Insel

Regenwald im Norden der Insel

Zusammen mit dem immergrünen, bergigen Regenwald im Norden bilden die einzigartigen Strände im Süden das Bild dieser wahrlich traumhaften Insel. Der für mich schönste Strand ist der „Plage les Salines“  in der Nähe der kleinen Touristenstadt Saint Anne. Diesen habe ich am letzten Tag der Reise besucht, ein toller Abschluss!
Türkisblaues Meer, weißer Puderzuckersand und hunderte schattenspendende Palmen. Und: Den Schatten braucht man, definitiv! Denn die Karibische Sonne ist nicht zu unterschätzen. Der Sonnenbrand lauert – überall!

Mein Tipp – kombiniert die Inseln Martinique und Guadeloupe miteinander! Auch ich habe es so gemacht.
5-6 Tage Entdeckungstour pro Insel sind ideal. Um die jeweils andere Insel zu erreichen, könnt ihr die gut ausgebaute Flug- oder Fährverbindung nutzen. Von Guadeloupe erzähle ich euch dann beim nächsten Mal 🙂

Schneller, als mir lieb war, hieß es au revoir Martinique. Auf dem Weg vom karibischen Traumstrand  zum Flughafen Fort-de-France über die Autobahn strichen einige bekannte Reklame-Schilder an mir vorbei: Mc Donalds… Conforama… Carrefour… irgendwie doch gar nicht so un-europäisch. Oder?!

Ich freute mich NICHT über den 9- stündigen Flug nach Hause, dafür nun aber auf Weihnachtsplätzchen, Glühwein und Winterstiefel und über die Gewissheit, gerade einen der schönsten Teile der Erde besucht zu haben….