Manchmal hat man es als Mitarbeiter der Reisebranche wirklich so richtig gut… so zum Beispiel mein Kollege Stefan, der sich über eine Info- und Schulungsveranstaltung im weit entfernten Kanada freuen durfte. Natürlich lässt er euch in seinem Reisebericht an seinem spannenden Ausflug teilhaben.

Kanada – schon lange steht das Land mit dem roten Ahornblatt auf der Nationalflagge ganz weit oben auf meiner langen, langen Liste der noch zu bereisenden Länder. Anfang Dezember hat es sich dann ganz spontan ergeben, dass ich den flächenmäßig zweitgrößten Staat der Erde im Rahmen der DERTOUR-Academy im winterlichen Kleid kennenlernen durfte – und wie: Ankunft in Calgary in der Provinz Alberta bei Schneesturm.Entsprechend unruhig war der Anflug unserer Maschine der Air Canada, mit welcher wir aus Frankfurt gestartet sind.

Kanadische Flagge

Kanadische Flagge

Schon der Transfer zum Marriott Hotel in Calgary war ein Erlebnis. Eine geschlossene Schneedecke auf dem Highway? Kein Problem für die Kanadier, die ungerührt dessen ganz entspannt mit ca. 70 km/h unterwegs sind. Unser erstes Hotel liegt mitten im Zentrum von Calgary, direkt neben dem 191 m hohen Calgary Tower. Bei diesem Wetter ersparen wir uns allerdings den Aufstieg, der sich andernfalls bestimmt gelohnt hätte. Die Besichtigung des Heritage Parks, dem größten „lebenden“ kanadischen Museums mit interaktiven Exponaten und kostümierten Darstellern, fällt an diesem Tag leider ebenso dem Wetter zum Opfer wie der Besuch der Calgary Stampede.

Stattdessen geht es zum TELUS Spark New Science Center, in welchem auch die Eröffnungsfeier inklusive Abendessen stattfindet. Zu später Stunde macht sich auch der Jetlag durch den Zeitunterscheid von 8 Stunden bemerkbar und wir machen uns nach einem sehr langen Tag auf den Weg in unser Hotel.

Heute geht es in die kanadischen Rocky Mountains. Vom gestrigen Schneesturm keine Spur – stahlblauer Himmel, strahlender Sonnenschein und -15 Grad. Nach dem Frühstück bringt uns der Bus zur Brewster Cowboy’s Barbecue and Dance Barn nach Lake Louise, wo wir an einer kurzweiligen Informationsveranstaltung teilnehmen und allerlei Wissenswertes über Kanada erfahren. Im Anschluss daran geht’s weiter zum Lake Louise Ski Resort. Dort, wo wenige Tage zuvor noch das Weltcuprennen der Männer im Super G stattgefunden hat, wedeln nun wir mit einem ortsansässigen Skiguide die Hänge hinunter. Super! Bevor die Dämmerung hereinbricht machen wir uns auf den Weg ins Hotel Mount Royal in Banff, ehe wir nach einem üppigen Abendessen müde ins Bett fallen.

The Fairmont Banff Springs Hotel

The Fairmont Banff Springs Hotel

Bereits um 07.45 Uhr werden wir bei -36 Grad zu unserer nächsten Unterkunft für die nächsten 2 Tage gebracht, und die hat es in sich: Es handelt sich dabei um das The Fairmont Banff Springs Hotel, welches im Stil eines schottischen Schlosses erbaut wurde und in atemberaubender Landschaft mit fantastischem Blick über Bow Valley liegt. Am ersten Tag erwarten uns insgesamt 30 Vorträge verschiedenster Partner: Von Fluggesellschaften über Hotelketten, Mietwagenanbietern und unterschiedlichen Tourismusbüros erhalten wir in jeweils acht Minuten kurz und prägnant interessante Infos und Neuigkeiten über die jeweiligen Produkte.

Richtiges Western-Feeling kommt dann am Abend beim Brewster MountView Barbecue auf. In zwei großen Zelten hält uns ein offenes Lagerfeuer warm, es gibt Live-Musik und ein leckeres Barbecue. Außerdem stehen verschiedene Campmobil-Modelle bereit, die von uns ausgiebig in Augenschein genommen werden können. Im Geiste plane ich bereits die Tour für meinen nächsten Kanada-Trip mit dem Camper…

Banff

Banff

Am zweiten Tag stehen insgesamt 12 umfangreichere Workshops auf dem Programm. Zwischendurch haben wir die Möglichkeit, einen Abstecher ins nahegelegene, malerische Banff, dem mit ca. 7.600 Einwohnern größten Ort innerhalb des gleichnamigen Nationalparks, zu machen. Am Abend findet dann die große Farewell Christmas Party in Abendgarderobe statt. Zugegeben, der Anzug hat die letzten Tage im Koffer doch ganz schön gelitten. Zwar gibt es auf dem Zimmer ein Bügelbrett mit Bügeleisen, angesichts meiner nicht vorhandenen Bügel-Routine hilft mir das allerdings auch nicht großartig weiter. Naja, Augen zu und durch…

Ottawa

Ottawa

Heute kehren wir dem kalten Alberta den Rücken und machen uns per Flug auf den Weg nach Ottawa. Die Hauptstadt fristet neben den bekannteren Metropolen wie z.B. Toronto und Vancouver ein eher tristes Dasein – zu Unrecht, wie ich feststellen musste. Die Stadt hat durchaus Flair, Kulturliebhaber kommen im Canadian Museum of Civilization und der National Gallery of Canada voll auf Ihre Kosten. Beide Museen haben wir im Rahmen unserer Stadtbesichtigung besucht, und vor allem das Canadian Museum of Civilization hat uns begeistert. Dieses ist aufgrund seiner interessanten Exponate zur Kultur- und Besiedlungsgeschichte besonders für Familien geeignet.

Auch Shopping-Fans sind in Ottawa z.B. am Bywater Market, einem der ältesten und größten öffentlichen Märkte Kanadas besten aufgehoben. Und selbst für Naturliebhaber hat Ottawa mit dem Gatineau-Park einiges zu bieten: mehrere hundert Kilometer Wanderwege mit spektakulären Aussichtspunkten, viele Flüsse und Seen. Und wer sich nach so viel Kultur, Shopping und Bewegung entspannen will, der kann sich im Nordik-Spa Adventure, dem größten Spa Nordamerikas verwöhnen lassen. Ein perfekter Tag in Ottawa!

Montreal Olympiastadion

Montreal Olympiastadion

Am nächsten Tag machen wir uns auf den Weg mit dem Zug nach Montreal. Im Gegensatz zu Ottawa spürt man hier deutlich das französische Flair. Bei einer Stadtrundfahrt besuchen wir den Olympischen Park, wo 1976 die Olympischen Sommerspiele stattgefunden haben, sowie das Biodome (frühere olympische Radrennbahn), welches heute durch Flora und Fauna verschiedener Ökosysteme führt. Von 175m bietet der geneigte Turm des Stadions einen tollen Blick über die Stadt. Nach zwei weiteren Hotelbesichtigungen und Abendessen im Steakhouse verbringen wir unsere letzte Nacht im Hotel The Fairmont Queen Elizabeth.

Letzter Tag in Kanada, die Zeit verging unglaublich schnell. Nach einer letzten Hotelbesichtigung des Ritz-Carlton Montreal bringt uns der Shuttle zum Flughafen Montreal, von wo aus wir in die Heimat starten. Längst ist klar, dass dies mit Sicherheit nicht mein letzter Besuch Kanadas war, zumal das Land so unglaublich groß ist, dass mehrere Reisen möglich sind, um alles zu sehen.