Drei Wochen Rucksackurlaub in Costa Rica, diesen Traum erfüllte ich mir letztes Jahr! Angesteckt vom Costa Rica Fieber wurde ich durch meinen guten Freund Javier. Durch und durch Costa Ricaner, schwärmte er ständig von der Schönheit seines Landes. Unberührte Natur, paradiesische Strände, Kaffeeplantagen, wilde Tiere, und und und… Das alles sollte mich im „Land der reichen Küste“ erwarten.

Über Atlanta ging es von Frankfurt nach San Jose, direkt ins Herz des Landes. Endlich da! Javier erwartet mich bereits am Flughafen, wie schön und seltsam es doch ist, so weit entfernt von zu Hause ein bekanntes Gesicht zu sehen. Zur Begrüßung bei seiner Familie erwartet mich ein landestypisches Essen: Palmherzen-Salat, Reis mit Hühnchen, Bohnenmus und Nachos, lecker!

Los geht's!

Los geht’s!

Danach geht es direkt weiter, trotz wahnsinniger Müdigkeit, Clubbing Costa Rican Style ist angesagt! Die Zeit vergeht wie im Flug, plötzlich ist es 5 Uhr morgens und ich falle erschöpft ins Bett.

10 Uhr wecken – oje, ich bin tot! Nach einem leckeren Frühstück (frische Früchte!) fahren wir gemeinsam in die Innenstadt. Ich bin total überforfert, es ist warm, sonnig und hey, ich bin in Costa Rica! 14 Uhr holen wir unseren Mietwagen – das Abenteuer kann beginnen!

San Jose – Arenal

Wir nehmen Kurs in Richtung Volcán Arenal. Die knapp 80 Kilometer Luftlinie dauern fast vier Stunden. Ich kriege nicht viel mit, der Jetlag ist entzetzlich und ich kann die Augen kaum aufhalten. Wir erreichen unser Hotel inmitten einer tropischen Gartenanlage und beziehen erschöpft unser Zimmer. Bevor wir gar keine Energie mehr haben, stürzen wir uns noch schnell in die „Hot Springs“ des Hotels, heiße Quellen, die herrlich entspannend sind. Danach geht es ab ins Bett – wir haben morgen ein volles Programm!

Urwald-Cowboys

Urwald-Cowboys

5 Uhr bin ich hellwach. Draußen ist es hell, die Vögel zwitschern und ich vertreibe mir die Zeit mit Staunen und Gucken: Kolibris flattern durch die Gegend. Ich bin wirklich im Paradies. 7 Uhr wecke ich Javier – es kann losgehen! Der erste Programmpunkt ist eine Tour hoch zu Ross. Es ist fantastisch!

Wir sind nur zu Zweit mit unserem Guide unterwegs, die Pferde sind toll, die Natur noch viel schöner. Nur einer lässt sich nicht blicken: Der Vulkan! Weit und breit sieht man nichts außer Regenwolken und Nebel. Schade.

Weiter geht es mit einer „Canopy Tour“, Hängeseilbahnfahren durch den Urwald. Was tue ich nur, ich habe doch Höhenangst! Nur mit einem Gurtsystem, einem Haken und einem Lederhandschuh ausgerüstet, wage ich mich auf die erste Platform.

Aaaaaaaangst!

Aaaaaaaangst!

Da soll ich runterrasen? Niemals. Oder doch? Ich habe keine andere Wahl. Beine kreuzen, zurücklehnen und Abflug. Wohooooo! Ist das cool! Die rasante Tour über 11 Plattformen ist viel zu schnell vorbei. Das muss ich unbedingt nochmal machen!

Letzter Tagespunkt: Der Besuch einer weiteren Hot Springs Anlage. Tut gut, nach so einem aufregenden Tag. Mit einem Cocktail in der Hand kriechen wir von Quelle zu Quelle und lassen einen wundervollen Tag ausklingen. Und somit geht auch schon der erste Teil meiner Reise zu Ende. Javier macht sich am nächsten Tag auf den Weg nach Hause, ich reise von nun an alleine weiter.

El Arenal – Monteverde

Von La Fortuna geht es mit einem Jeep-Boat-Jeep-Shuttle weiter nach Monteverde. Was für ein Trip! Vier Stunden dauert der „Spaß“ für etwa 60 Kilometer Strecke. Die Straße ist unbefestigt, selbst der Jeep wird wahnsinnig durcheinandergerüttelt, mein Magen auch. Der Aufwand hat sich aber gelohnt: Monteverde ist ein hübsches kleines Städtchen inmitten schönster Natur. Ich habe mir ein tolles Hostel rausgesucht (danke, Lonely Planet) für 20 Dollar pro Nacht, alles sauber, sehr schön – perfekt. Abends buche ich direkt noch diverse Touren, es geht gleich los mit einem Nightwalk durch den Urwald.

Nightwalk durch den Urwald

Nightwalk durch den Urwald

Ich bin die einzige Teilnehmerin, mein Guide nimmt sich unheimlich viel Zeit, um mich für die Tiere der Nacht zu sensibilisieren. Wir entdecken Ameisenstraßen, Frösche, einen Honigbären, eine grüne Viper (Achtung, gefährlich!) und mehrere Taranteln. Völlig fertig falle ich abends ins Bett – um 7.30 klingelt der Wecker, ich mache mich auf den Weg zu einer Kaffeeplantage. Schon wieder bin ich die einzige Teilnehmerin, ich habe wirklich Glück!

Wir fahren zu einer kleinen Bio-Plantage, wo mich der Farmer Victor frühlich begrüßt. Stolz führt er mich über seine Farm. Ich bin begeistert! Er ist Selbstversorger, einen Supermarkt braucht er nicht. Er lebt von dem, was ihm die Natur bietet: Fünf verschiedene Bananansorten, Orangen, Mandarinen, Kräuter, Kartoffeln, ein eigener Bienenstock, die ein oder andere Kuh und natürlich Kaffee ohne Ende. Ich erfahre alles über Kaffee, was ich jemals wissen wollte, und am Ende lädt er mich zu einer kleinen Verkostung ein. Köstlich!

Nach einer kurzen Verschnaufpause geht es zur Canopy Tour Nummer Zwei: Extreme Canopy (der Adrenalin-Junkie in mir fordert eine deutliche Steigerung zur ersten Tour). Und extrem ist es dann auch: Die ersten Drahtseile sind ein Kinderspiel, danach kommt die erste Herausforderung. 800m Seil sind über eine Schlucht gespannt. Richtig genießen kann ich es nicht, meine Höhenangst macht mir einen kräftigen Strich durch die Rechnung. Also im wahrsten Sinne „Augen zu und durch“. Trotzdem toll.

Superman Flight

Superman Flight

Dann folgt das absolute Highlight: Ein Tarzan-Sprung in die Tiefe, gesichert durch ein großes Schwingseil. Freier Fall, oh gott, ich sterbe – doch nicht. Hammer! Zuguterletzt werde ich an Armen und Füßen angeschnallt zum einzigartigen „Superman Flight“ über eine gigantische Schlucht. Das ist zu viel für meine Nerven, ich bin wahnsinnig erleichtert, als ich auf der anderen Seite ankomme. Abends gehe ich mit zwei anderen Tourteilnehmern aus den USA noch ein Bier trinken und wir beschließen, die nächste Etappe gemeinsam zu fahren.

 

Monteverde – Montezuma

Sieben Stunden Busfahrt, immer Richtung Pazifik, dann sind wir da: Montezuma, salopp auch „Montefuma“ genannt, soll doch der berüchtigte Hippie-Ort ein Mekka für Marihuana-Fans sein. Zu denen zähle ich allerdings nicht, trotzdem fühle ich mich auf Anhieb wohl. Hier ist alles entschleunigt, alle sind gut drauf, die Stimmung ist super. Als erstes geht es an den Strand – hurra! Da die Brandung zu stark ist, können wir leider nicht schwimmen gehen, kleine Felsenpools sorgen aber für die nötige Abkühlung.

Pura Vida

Pura Vida

Abends heißt es: Party! Mittlerweile sind wir zu viert, ein deutsches Mädchen hat sich zu unserer illustren Reisegruppe gesellt. Es ist Samstagabend, der Laden füllt sich schnell, ich bin begeistert von der Musik, dem Rhytmusgefühl der „Ticos“ und lasse mich nur zu gern mitreißen.

Am nächsten Tag sind wir alle ganz schön platt und verbringen den Tag mit Sonnenbaden und Faulenzen, ich genieße dieses zeitlose Dasein. Die Tage ziehen dahin und wir gewöhnen uns an diesen gemütlichen Lebensstil. Eigentlich wollte ich doch schon ganz woanders sein… naja egal. Drei Tage später machen wir uns dann doch auf den Weg, jetzt zu viert, in Richtung Manuel Antonio, ein Nationalpark an der Pazifikküste.

Was für ein Ausblick!

Was für ein Ausblick!

Montezuma – Manuel Antiono

Wir entscheiden uns für das Speed Boat, welches uns in 1,5 Stunden auf die andere Seite bringt (wir sparen 11 Stunden Busfahrt), von dort geht es mit dem Bus weiter zu einem zauberhaften Hostel an einem Berghang. Wow! Der Ausblick ist umwerfend!

Ich entscheide mich für ein klimatisiertes 4-Bett-Zimmer (die Doppelzimmer sind belegt), die anderen beiden nehmen ein unkliumatisiertes. In meinem Zimmer treffe ich mal wieder einen Amerikaner, er wird ab jetzt ein weiterer Reisekamerad sein, dafür reist einer der beiden anderen bereits wieder ab.

Auf dem Plan steht ein Ausflug in den Nationalpark. Hier sehe ich dann auch die ersten Affen – komische Tiere und schon viel zu sehr an Menschen gewöhnt, ich weiß nicht, wie ich das finde… Die Strände im Nationalpark sind dagegen wirklich paradiesisch: Schneeweißer Sand und türkisfarbenes Wasser. Rastlos, wie wir sind, planen wir abends bereits wieder unsere Abreise… Ja und wo geht es hin? An die Karibikküste!

Manuel Antonio – Puerto Viejo

Während des dreistündigen Zwischenstopps in San Jose hole ich noch schnell meinen Pass ab, den ich aus Sicherheitsgründen bei Javiers Familie gelassen habe. Ich kenne mich ja, wer weiß, wo es mich noch hintreibt, eine Woche Zeit habe ich ja noch… Kaum an der karibischen Küste angekommen, ändert sich schlagartig die Natur, und auch die Stimmung! Überall tönen Reggae-Vibes aus den kleinen Holzhütten, die Menschen sind wahnsinnig fröhlich und wirken mega entspannt.

Puerto Viejo

Puerto Viejo

Puerto Viejo selber – naja. Das haben wir uns irgendwie anders vorgestellt. Unser Hostel ist alles andere als toll und liegt recht weit außerhalb, bis ins Zentrum des Ortes muss man eine verlassene Straße entlanglaufen. Das erste Mal auf meiner Reise fühle ich mich nicht ganz so sicher. Trotzdem entscheiden wir uns, am Abend die lokalen Bars abzuklappern und geraten direkt in eine ausgelassene Party – wow, das ist eine Stimmung! Während die beiden Amerikaner schon wieder zurück ins Hostel gehen, kriegen das deutsche Mädchen und ich gar nicht genug. Wir knüpfen direkt Kontakt mit den Einheimischen und lassen uns nur zu gerne über die Tanzfläche schleudern. Am Ende versacken wir in einer kleinen Bar, die extra für uns vier nochmal die Türen öffnet. Wir tanzen bis zum Morgengrauen…

Trotzdem entscheiden wir uns, möglichst schnell weiterzureisen. Ich lasse mich überreden, die anderen drei zu begleiten – raus aus Costa Rica und ab nach Panama! Zum Glück habe ich meinen Pass dabei.

Puerto Viejo – Adios, Costa Rica

Los geht die Reise nach Panama, völlig ungeplant und doch so aufregend. Mach’s gut, Costa Rica, es war schön mit dir, aber jetzt muss ich weiter… Wie es mir in Panama gefallen hat, lest ihr ganz bald im Reisebericht „Oh, wie schön ist Panama“.

Costa Rica ist auch Hauptschauplatz des neuen Kinofilms RUNNER RUNNER mit Ben Affleck und Justin Timberlake. Passend dazu gibt’s für euch ein Gewinnspiel: Gewinnspiel RUNNER RUNNER