13 Jahre lang die Schulbank gedrückt, Abitur in der Tasche – Hallo Welt, ich komme! Der Plan stand fest – ein Jahr Großstadtfeeling! Ich wollte das Leben in einer pulsierenden Großstadt hautnah erleben – mittendrin, statt nur dabei sein! Und welche Metropole würde sich wohl besser dazu eignen als die multikulturelle Stadt der Superlative – London!

Natürlich fehlte mir das nötige Kleingeld um mir ein Leben in London leisten zu können. Die Lösung des Problems lag jedoch nahe – ich liebe Kinder, warum also nicht als Au-Pair nach London?

Meine süßen Jungs!

Gesagt, getan – meine Familie mit einem tränenden und einem lachenden Auge am Flughafen verabschiedet – meine „neue“ Familie mit zwei kleinen und sehr süßen Jungs wartete bereits am Heathrow Airport auf mich. Die „Arbeit“ als Au-Pair machte von Anfang an wahnsinnig viel Spaß und ich hatte jeden Tag genügend Zeit die Stadt und das Leben in London zu genießen.

In den ersten Tagen erlebte ich London als „Touristin“ mit dem üblichen Pflichtprogramm – Tower Bridge, Tower of London, Tate Modern, St.Pauls Cathedral, Shakespeare’s Globe, das berühmte London Eye und natürlich das Houses of Parliament mit dem Wahrzeichen der Stadt – Big Ben! Natürlich durften auch die ganzen Plätze – angefangen bei Piccadilly Circus, über den Shopping-Knotenpunkt Oxford Circus und Trafalgar Square nicht fehlen.

Nach einigen Wochen bereits fühlte ich mich in der Großstadt wie Zuhause! Ich habe mich ein wenig über die „Touris“ aufgeregt, die auf der Rolltreppe links anstatt rechts standen, ich traf meine Freunde nach Feierabend in einem Pub – ja, so langsam aber sicher fühlte ich mich ein wenig „englischer“!;)

Der wunderbare Camden Market am Abend!

Wenn ich nicht mit meiner wunderbaren Gastfamilie unterwegs war, genoss ich mit meinen Freunden das Leben im Großstadtdschungel. Besonders angetan haben es mir London’s Märkte! Wo soll man da bloß am besten anfangen? London ist ein einziger Markt! Zu Beginn verbrachte ich einen Großteil meiner Zeit in Camden Town – tagsüber streifte ich durch den Camden Market und erfreute mich an der multikulturellen Atmosphäre, abends tanzten wir uns die Füße in den ehemaligen Pferdeställen des Markets, den Stables, wund.

 

Kunst im Londoner East End!

Nach einigen Wochen im Norden Londons, hieß das neue Motto: Go East! Brick Lane, ein Viertel in dem die Straßenschilder noch auf Arabisch beschriftet und in den Straßen die unterschiedlichsten Sprachen von Urdu bis Hindi zu hören sind, lockte mich fast täglich an. An jeder Ecke brodeln hier in großen Töpfen und Pfannen bunte Currys – von jamaikanisch bis chinesisch geht’s hier kulinarisch munter rund um den Globus.

Ein kunterbuntes Künstlerviertel mit originellen Märkten an denen Klamotten, Schmuck, Schallplatten und Kunst verkauft wird. Kunst gibt es dort jedoch nicht nur an den verschiedenen Ständen zu bestaunen, sondern auch an beinahe jeder Wand im Viertel. Ein wunderbar chaotischer und absolut kreativer Ort.

Natürlich reichen diese paar Zeilen nicht aus, um zu beschreiben, was ich in diesem Jahr alles an tollen Dingen erlebt und gesehen habe – ich kann aber versprechen, dass ein Jahr in London ein Erlebnis ist, dass man nicht missen möchte!

Auf in die Heimat!

Genau wie zu Beginn meiner Reise stand ich nun da, und wartete auf die „Tube“ (U-Bahn), die mich zum Flugzeug brachte, das mich nach einem Jahr Ausland und tausend neuen Eindrücken nach Hause bringen würde. Und genau wie ein Jahr zuvor verabschiedete ich mich von meiner „neuen“ Familie mit einem lachendem und einem tränenden Auge – schön wars! So schön, dass ich nach ein paar Wochen Heimat wieder für ein paar Tage zurück musste: London Calling, und ich bin dem Ruf gefolgt! So ist es eben – einmal London, immer London! 🙂