Endlich Urlaub! Voller Vorfreude geht es mit dem Shuttle direkt vom Flughafen ins Hotel. Und dann das: Das Hotel entspricht überhaupt nicht den Bildern des Reisekatalogs und schon gar nicht den persönlichen Vorstellungen. Am liebsten würde man alles hinschmeißen und mit dem nächsten Flieger nach Hause fliegen. Aber ist das überhaupt so einfach? Was muss alles passieren, damit eine Reise gekündigt werden kann? Wir haben die wichtigsten Tipps zusammengestellt, was unbedingt beachtet muss, bevor dem Reiseveranstalter gekündigt werden kann.

.

Rezeption aufsuchen
Eure erste Anlaufstelle ist immer die Rezeption. Damit ein Hotel die Möglichkeit hat, die Mängel zu beheben, müsst ihr diese natürlich erst einmal reklamieren. Bei großen und wirklich gravierenden Mängeln könnt ihr auch ein anderes Zimmer verlangen. Reagiert die Rezeption nicht auf die Beschwerde, wird im nächsten Schritt der Reiseleiter kontaktiert.

.

Reiseleiter informieren
Der Reiseleiter ist euer direkter Ansprechpartner vor Ort. Zögert nicht, ihm von euren Mängeln zu erzählen. Wichtig: Setzt ihm eine angemessene Frist zur Behebung der Mängel! Das heißt: Je kürzer die Reise, desto kürzer die Frist. Bei einer Reisedauer von einer Woche kann ein Tag als angemessen betrachtet werden.

.

Mängel dokumentieren
Egal ob Kakerlaken im Bad oder der fehlende Balkon mit Meerblick: Reisemängel unbedingt fotografieren, filmen und schriftlich mit Ort und Zeit festhalten. Nur so habt ihr eine Chance auf mögliche Reisepreisminderung. Aber Vorsicht: Unfreundliches Personal und schlechtes Wetter zählen nicht als Gründe für eine Minderung.

.

Zeugen suchen
Bei Mängeln, die nicht fotografiert werden können, wie z.B. eine mutmaßliche Erkrankung durch das Hotelessen, sprecht andere Gäste auf ähnliche Beschwerden an. Bestätigen sich eure Vermutungen, notiert Name und Anschrift der Betroffenen, damit ihr später potentielle Ansprüche geltend machen könnt.

.

Hotelwechsel
Sollt ihr das Hotel vor Ort aufgrund von z.B. Überbuchung wechseln, gilt dies auch als Reisemangel. Hier muss der Reiseveranstalter euch ein gleichwertiges oder besseres Hotel zur Verfügung stellen. Außerdem sollte es sich in derselben Bucht oder maximal 35 Kilometer entfernt vom gebuchten Hotel befinden. Ähnliches gilt bei Zimmerwechsel, kleine Abweichungen müssen jedoch als „Unannehmlichkeit“ in Kauf genommen werden.

.

Rückreise antreten
Wurden die Mängel in der angegebenen Frist nicht behoben, könnt ihr eine Kündigung gegenüber dem Reiseleiter aussprechen. Dieser Schritt gilt allerdings gründlich abzuwägen, da es eine zeitnahe Rückreise und somit das Ende des Urlaubs bedeutet. Die Kündigung wird im Idealfall in schriftlicher Form dem Reisleiter vorgelegt. Eine mündliche Kündigung mit Rückreisewunsch ist rechtlich aber auch ausreichend.

.

Rückerstattungen
Nach der Rückkehr habt ihr einen Monat Zeit, um mögliche Ansprüche geltend zu machen. Wichtig ist eine detaillierte Aufzählung der Mängel und die Forderung nach einem konkreten Geldbetrag. Eine grobe Orientierung zu Preisminderungen bietet die so genannte „Frankfurter Tabelle“.

.

Musterschreiben
Hier findet ihr hilfreiche Musterschreiben zum Download, die ihr bei dem Schriftverkehr mit eurem Reiseveranstalter verwenden könnt. Es handelt sich lediglich um grobe Mustertexte, die bei Bedarf an den Einzelfall angepasst werden sollten. Natürlich sind diese Reiserecht Musterschreiben keine Garantie auf Erfolg, aber immerhin eine nützliche Hilfe zur Orientierung.

.

Was habt ihr für Erfahrungen beim Anzeigen von Mängeln gemacht? Haben sich Reiseveranstalter und Hotels kulant verhalten oder musstet ihr um euer Recht kämpfen?