Ratgeber Reise: Kataloglügen



Katalogsprache – schwere Sprache! Allzu oft versprechen Reisekataloge das Blaue vom Himmel. Mit geschickten Worten, blumiger Sprache und traumhaften Bildern wird beschrieben, was den Gast erwartet – meist natürlich nur das Beste! Da wird aus dem ärmlich ausgestatteten Raum schnell ein „zweckmäßig eingerichtetes Zimmer“, der zugemüllte Strand nennt sich kurzerhand “naturbelassen” und die “internationale Atmosphäre” samt lebhaftem und feierfreudigem Publikum sorgt für schlaflose Nächte. Damit ihr wisst, worauf ihr beim Durchblättern der Reisekataloge achten müsst, haben wir für euch die gängigsten Kataloglügen entschlüsselt:

Wer will das nicht? Nach langer Flugzeit zack aus dem Flieger und rein in den Pool. Doch Vorsicht bei der Hotelsuche! Bei kurzer Transferzeit ist der Flughafen nicht weit entfernt. Da gibt’s unerwünschte Beobachter aus der Luft und dröhnende Turbinen statt Beach-Musik.

 

Ideal für Sightseeing oder Shopping-Glück sind kurze Wege. Zu Fuß ab ins Zentrum, rein ins Getümmel – das ist generell nicht schlecht. Doch Achtung Falle: Überfüllte und lärmende Hauptverkehrsstraßen können bei dieser Beschreibung dazu gehören.

 

Nette Umschreibung für: „Sorry, hier wurden keine Bauvorschriften eingehalten.“ Also  nicht unbedingt pittoreske Häuschen oder mediterrane Cafés erwarten. Eher lieblos zusammengezimmerte Bauwerke stehen hier herum.

 

Klingt gut… ist es aber nicht. Bagger, Kräne und braches Land zieren die Landschaft wo in naher oder ferner Zukunft ein Ferienparadies entstehen soll. Am besten ein bisschen Zeit verstreichen lassen und im nächsten Jahr besuchen.

 

Donnernde 12-Tonner in einer Autobahnschleife ums Hotel? Lieber nicht! Deshalb vor dem Buchen bei HolidayCheck.de die Hotellage mit dem Direktlink zu Google Earth kinderleicht checken und auf Nummer sicher gehen. Auf Lärm und Gestank kann dankend verzichtet werden.

 

Türkisfarbenes Meer und glitzernde Lichtspiele auf den Wellen – ein Ausblick zum Verlieben. Doch aufgepasst beim Hotelstöbern: Zimmer zur Meerseite offenbaren nicht immer den gewünschten Blick. Häuser, Straßen oder sogar Kilometer können die Sicht erschweren.

 

Bett, Schrank, Stuhl – sonst nichts. Eine Schuhschachtel große Kammer ohne jeglichen Schnickschnack. Damit muss hier gerechnet werden. Komfort und Geschmack bleiben auf der Strecke. Der Zweck ist immerhin erfüllt: Ein Dach über dem Kopf und ein Plätzchen zum Schlafen.

 

Üppige Wurst- und Käseplatten dürfen hier nicht erwartet werden. Wer Brot, Butter, Marmelade, Ei und Kaffee bekommt, kann sich noch glücklich schätzen. Je nach Land finden auch Zuckerkuchen und Cola den Weg auf den Frühstückstisch.

 

Ungestört im Urlaub ohne nervtötende Dauerbemutterung vom Personal – ausgezeichnet! Doch so schön wie es sich anhört ist es nicht: Unaufgeräumte Tische, ungemachte Betten, dreckige Handtücher … Personalmangel trifft es besser. Wer nicht da ist, kann auch nicht aufdringlich werden.

 

Natur pur am Strand. Die ideale Idylle für Groß und Klein – unberührter Sand, kleine Steine und viele Muscheln. Doch weit gefehlt. Die Traumvorstellung kann schnell zum Alptraum werden. Hier findet man höchstens Reifen und leere Flaschen, aber sicher keine Strandromantik.

 

Was genau könnt ihr tun, wenn ihr im Urlaub auf Kataloglügen reingefallen seid?

Im ersten Schritt gilt es festzustellen, ob die Abweichungen zwischen Realität und der vertraglichen Vereinbarung relevant sind. Nur dann kann man diese nämlich beanstanden. Das heißt: Werft einen Blick in den Reisekatalog und schaut genaut, was ihr dort lest und seht. Vergleicht dieses dann mit den verbindlichen Zusicherungen in euren Reiseunterlagen. Nicht nur die Beschreibungen müssen der gegebenen Situation entsprechen, sondern auch die Fotos. Suggerieren diese z.B., dass alle Zimmer über einen Balkon verfügen, ihr aber bei der Ankunft in eurem Zimmer keinen vorfindet, ist das eine relevante Abweichung.

Wichtig: Bewahrt Buchungsgrundlagen wie Katalog, Reisebestätigung etc. gut auf, um die jeweiligen Abweichungen detailliert dokumentieren zu können. Dann könnt ihr auch einen Anspruch auf Entschädigunggeltend machen.

Eine Auflistung möglicher Reisemängel und der dazu gehörigen Preisminderungen findet ihr in der
>>>>> Frankfurter Tabelle <<<<<.

Wie sind eure Erfahrungen mit Reisekatalogen? Seid ihr auch schon mal in die Kataloglügen-Falle getappt?