liegen_reservierenDer neue Winterkatalog des Reiseveranstalters Thomas Cook hat ein ganz besonderes Bonbon für Urlauber, von welchem ich mit einem großen Schmunzeln gelesen habe. Pool- und Strandliegen sollen jetzt schon direkt bei der Reisebuchung kostenpflichtig mitbestellt werden können. Die sogenannten „Komfort-Sorglos-Pakete“ beinhalten außerdem eine Tischreservierung sowie passende Sonnenschirme zu den Liegen.

Sind wir Deutschen denn wirklich so? Müssen wir dieses lästige Klischee, das uns seit Jahren nachgesagt wird, denn auch noch fördern?

In Hotelbewertungen lese ich immer wieder amüsante Kommentare über unsere Landsleute, die quasi einen nächtlichen Ausflug zum Pool machen, um die „mit Abstand beste Liege“ zu reservieren. Auch ich hatte kürzlich das Vergnügen, dieses Phänomen zu beobachten. Da helfen weder Hinweisschilder am Pool selbst, noch fettgedruckte Verbote in der Hotelbroschüre. Obwohl es tatsächlich ausreichend Liegen an unserem Pool gab, waren einige davon – es waren auffälligerweise auch immer dieselben – sogar über Nacht mit einem angeketteten Handtuch markiert. Oder spätestens ab 6 Uhr morgens mit diversen Artikeln belegt.

Natürlich macht es Spaß zu beobachten, wie dieses berühmte Klischee über die deutschen Urlauber tatsächlich noch immer existiert und auch in keiner Berichterstattung, mag sie noch so unglaubwürdig klingen, übertrieben wird. Begleitet wird die Beobachtung allerdings von einem leicht beschämenden Gefühl, der selben Nation anzugehören.

Muss man denn die Peinlichkeiten der deutschen Urlauber durch solche Angebote, wie sie im Winterkatalog von Thomas Cook angeboten werden, noch zusätzlich fördern? Können wir stattdessen nicht versuchen, uns im Urlaub etwas zu entspannen und nicht alles so wahnsinnig eng zu sehen? Wer weiß, vielleicht sehe ich demnächst auch Tewa-Sandalen mit schon integrierten weißen Tennissocken in den Schaufenstern der Schuhgeschäfte 😉