Nachdem wir in unserem ersten PistenCheck den Hintertuxer Gletscher unsicher gemacht haben, sind wir am vergangenen Wochenende im benachbarten Stubaital auf Brett und Bretter gestiegen. Österreichs größtes Gletscherskigebiet erwartete uns bei wunderschönem Wetter. Wie es uns und den anderen knapp 10 000 Wintersportbegeisterten erging, erfahrt ihr in der zweiten Ausgabe des PistenChecks.

Österreichs größtes Gletscherskigebiet

Der Stubaier Gletscher bietet auf einer Höhe von 1750m – 3210m insgesamt 110km Pisten. Eigentlich handelt es sich hierbei sogar um 5 Gletscher: Eisjochferner, Windachferner, Gaisskarferner, Fernauferner und Daunferner. Für unser „Halloween“ Wochenende waren schon 49km Pisten offen. Sogar erste Abfahrten bis zur Mittelstation konnten in Angriff genommen werden.

Auf ins „Königreich des Schnees“

Auch diesmal waren 8 HolidayChecker für den Ausflug Richtung Neustift im Stubaital zu begeistern. Die Anfahrt war zunächst unproblematisch und führte uns durch die Herbstlandschaft des Rheintals und des Vorarlbergs. Dass das Stubaital deutlich kleiner ist als z.B. das Zillertal, bemerkten wir sschon bei der Suche nach einer Unterkunft. Wohl auch dem langen Halloween Wochenende geschuldet erwies sich die spontane Hotelbuchung als schwierig. Holidaycheck.at sei Dank wurden wir aber doch noch fündig.

Get on top!

Goldener Oktober auf 3000m

Mit dem Wetter hatten wir richtig Glück. Sonne, blauer Himmel, Temperaturen knapp über Null auf 3000m. Kaiserwetter könnte man sagen, aber Österreich hat ja keinen mehr. 😉 Vorgewarnt durch das Hotelpersonal starteten die Frühaufsteher gegen 8:00 Uhr Richtung Gletscher. Eine weise Entscheidung, mussten wir doch nur knapp 5 Minuten am Parkplatz warten. Unsere Murmeltierkollegen dagegen durften später gut eine Stunde warten. An der Talstation selber gab es dann aber kaum Wartezeiten, da es mit Eisgrat und Gamsgarten gleich zwei 6er Gondelbahnen hinauf zum Gletscher gibt.

Das Skigebiet

Die Bergstationen Eisgrat (2900m) und Gamsgarten (2660m) sind die Zentren des Skigebietes. An beiden Stationen kann man Material leihen und aufbewahren lassen. Ausgehend von Eisgrat kann man mit der Gondel bis zum Skikarussell Schaufelspitze und zur Aussichtsplattform Top of Tyrol weiterfahren. Von da aus geht es zum Stubai-Zoo Funpark, zu dem wir später shreddern. Anfänger sollten erstmal den Schlepplift Eisjoch II versuchen, welcher mit einer breiten blauen Piste wieder hinunter zum Eisgrat Restaurant führt.

Die PistenChecker

Vom Gamsgarten führen ein 4er und ein 6er Sessellift zum Rotadlkopf bzw. ebenfalls Richtung Skikarussell. Leider enstehen hier schnell lange Warteschlangen von 15 Minuten und mehr. Weswegen wir am Sonntag direkt über die Piste 8 & 4 zum Fernauferner gefahren sind. Nimmt man den 6er Sessellift Eisjoch, eröffnen sich einem die meisten Möglichkeiten. Man kann Richtung Funpark abdrehen oder die Pisten am Daunferner unsicher machen. Hier finden sich neben der 30 km/h Familienpiste auch die zwei einzigen schwarzen Pisten des Skigebietes: Die 21 an der Daunscharte und die 7b hinunter zum Eisgrat, welche leider gesperrt war. Ansonsten gibt es hier vorwiegend blauen Pisten und die ein oder andere „Skiroute“, welche aber leider keinen Vergleich zu den Skirouten am Hintertuxer Gletscher darstellen.

Das Skigebiet besticht durch breite und recht lange Pisten. Cracks werden schwarze Pisten und Freeride Möglichkeiten vermissen. Im Winter gibt es mit der „Wilden Grube“ zwar eine Talabfahrt, die nach Aussage von Kennern aber keine all zu große Herausforderung ist. Erfreulich ist, dass es recht wenig Schlepplifte gibt. Die Pisten waren durchweg gut präpariert und trotz des Andrangs und des milden Wetters nur selten stark zerfahren. Toll für Snowboarder: Es gibt kaum Ziehwege.

Time to shred

Stubai Zoo vom Top of Tyrol

An der Jochdohle erwartete uns das Highlight des Skigebietes: Der Moreboards Stubai Zoo Funpark. Auf einer Easy-, Medium- und Pro-Line fanden wir Kicker, Boxen & Rails für jeden Skill. Nur die Halfpipe haben wir vermisst. Platz wäre noch vorhanden 😉 Schade, dass es nur einen einzigen langsamen Schlepplift gibt. Lange Wartezeiten müssen somit eingeplant werden. Im Winter soll es hier dann wohl auch eine Parkbase mit Liegestühlen und Musikanlage geben. Bis dahin ist die Jochdohle Treffpunkt aller Freestyler.

Talabfahrt mit der Gondel? Gefällt uns nicht!

Blick ins noch herbstliche Tal

Bevor es zum Aprés Ski ging, stand uns noch eine typische Gletscher Herausforderung bevor: Wie kommt man am schnellsten wieder runter? Es gab zwei Möglichkeiten: Entweder um 15 Uhr Bretter abschnallen und die besten Plätze im Tal reservieren oder sich nach dem letzten Lift in die Reihe der Wartenden eingliedern. Unser Fotoscout Verena und ich taten Letzteres. Während unsere Kollegen bereits die erste Hopfenkaltschale bestellten, durften wir, immerhin mit Gratis-Tee von den Bergbahnen, ca. 45 Minuten an der Gondel warten. Dafür können die Betreiber nichts, ärgerlich ist es trotzdem.

Aprés Ski Olé

Zwar gibt es auch im Skigebiet (z.B. an der Dresdner Hütte) einige Aprés Ski Bars. So richtig los ging es jedoch erst an der Talstation. An der Schirmbar Mutterberg traf sich das Partyvolk und feierte bis weit in den Abend. Gleichzeitig auch eine gute Möglichkeit dem Abreisestau zu entgehen.
Wem das noch nicht reicht, dem sei das Dorfzentrum von Neustift ans Herz gelegt. Im „Dorfpub“ geht die Party weiter bevor sie dann zu später Stunde im Club (z.B. Scala) endet. Gut, dass wir durch die Zeitumstellung eine weitere Stunde zur Verfügung hatten. 🙂

Fazit: Gletscherspass für jung und alt

Als Familie ist man hier bestens aufgehoben. Im Stubaital ist alles ein bisschen ruhiger und gelassener. Die Pisten gleichen Autobahnen und sind selten schwierig. Kinder unter 10 Jahren fahren sogar kostenlos mit. Den Park sollte jeder Freestyler einmal geshredded haben. Wir haben selten einen so gut präparierten Park in der Vorsaison vorgefunden. Schneegarantie gibt es von Oktober bis Juni. Im Winter ist neben dem Gletscherskigebiet weiterhin das Skigebiet Schlick 2000 offen. Der Andrang, so wie wir ihn an diesem Wochenende erlebten, sollte sich dann auch besser verteilen.