Aberglaube hin oder her – etwas Glück kann jeder gut gebrauchen. Deshalb besuchen Urlauber gerne Plätze die Gutes verheißen. Ob reiner Schabernack oder doch ein Funken Wahrheit dahinter steckt? Um  auf Nummer sicher zu gehen, stellen wir euch heute zehn magische Orte mit nachgesagter Zauberkraft vor.

Bremer Stadtmusikanten / Bremen

Vier mutige Tiere auf Abenteuerreise. Ihr Traum: Stadtmusikanten in Bremen werden. Mit Zusammenhalt und Mut schaffen die im Alter nutzlos gewordenen Tiere den Ausbruch aus der Knechtschaft. Auf ihrem Weg in die Stadt finden Hahn, Katze, Hund und Esel ein neues Zuhause. Viele Leute glauben durch Berührungen Heiliger oder Märchenfiguren ein wenig von deren Tugenden auf sich zu übertragen. Deshalb soll das Streicheln der Eselshufe Glück verheißen.

Ring am Nürnberger Brunnen / Nürnberg

„Ringlein, Ringlein, dreh‘ dich um, mach’s recht schön, ich bitt‘ dich drum!“ Den über 600 Jahre alten Brunnen an der Frauenkirche ziert ein großer goldener Ring. Der Saga nach werden beim Ringdrehen drei Wünsche erfüllt. Wer dreimal dreht wird mit reichem Kindersegen belohnt. Die Nürnberger selbst glauben, dass der eiserne Ring an der nord-östlichen Ecke der „echte“ ist.

Trevi-Brunnen / Rom

Fontana di Trevi – der berühmteste Brunnen der Ewigen Stadt. Stark thront Meeresgott Okeanos in der Mitte und wacht über die Geldstücke. Nach römischem Brauch führt der Wurf einer Münze zur sicheren Rückkehr nach Rom, zweier zur Liebschaft mit einem Römer oder einer Römerin und dreier zur Heirat mit der entsprechenden Person. Wichtig: Die Münze mit dem Rücken zum Brunnen mit der rechten Hand über die linke Schulter hineinwerfen.

Liebesschlösser / Seoul

Amore per sempre – Ewige Liebe. Passendes Symbol dafür ist ein mit Name und Datum graviertes Schloss. Als Zeichen der Verbundenheit wird der Schlüssel weggeworfen. Der ursprünglich aus Italien stammende Brauch hat sich inzwischen in viele andere Länder verbreitet. Besonders beeindruckend sind die „Schlösserbäume“ auf dem Berg Namsan in Südkorea. Jedes verliebte Paar setzt dort ein Zeichen seiner Liebe.

Klagemauer / Jerusalem

Reise nach Jerusalem ist bei uns als Kinderspiel bekannt. Pilger messen den Worten dagegen große Bedeutung mit einem Besuch der Klagemauer bei. Täglich stellen sich viele Menschen zum Gebet vor die Steinwand. Mit dem Wunsch auf Erhörung der Bitten finden Gebete auf Zetteln in Ritzen und Spalten der Mauer ihren Platz. Vor Pessach und dem Neujahrsfest werden die Botschaften eingesammelt, um Platz für neue zu schaffen.

Il Porcellino / Florenz

„Da hast du aber Schwein gehabt!“. Um das Glück auf ihrer Seite zu wissen, treibt es die Besucher der toskanischen Hauptstadt Florenz auf den Strohmarkt. Dort thront das nun bald 400 Jahre alte Wildschwein Porcellino. Wer ihm eine Münze in die Schnauze steckt und die glatt polierte Bronzeschnauze streichelt, soll eine Glückssträhne bekommen. Fest steht auch: Wer das Schwein streichelt, kehrt in die Stadt zurück.

El Castillo / Mexico

In den Tempelanlagen von Chichén Itzá ragt die große Stufenpyramide Casatillo in den Himmel. Vier Treppen führen zur Spitze des dreißig Meter hohen Bauwerks. Dem Maya-Glauben nach hüten Pyramiden das ewige Geheimnis der Götter und sind das Herzchakra der Erde. Magische Kraft strahlt aus dem Inneren und bündelt sich in der Spitze. Um die Energien für glückliches Leben und erfüllte Liebe zu sammeln, müssen die Steine am höchsten Punkt berührt werden.

Bronzestatue Giulietta / Verona

„Casa die Giulietta“ – der Ort, der Shakespeares Drama Unsterblichkeit verleiht. Im Innenhof mit dem berühmten Balkon von Romeo und Julia geht der Zauber des literarischen Meisterwerks auf seine Besucher über. Zartes Streicheln der mittlerweile blank gewetzten Brust der Julia-Statue soll ewiges Liebesglück versprechen. Ähnliche Wirkung erhoffen sich viele kreative Romantiker. Mit Kaugummis kleben sie ihre Liebesbotschaften an die Wände.

Sonnenuntergang  / Key West

Ein Tag geht zu neige – aber nicht irgendwie. Am Mallory Square  zeichnet sich am Horizont bei Einbruch der Nacht ein atemberaubendes Schauspiel ab. Hier verschwindet die Sonne nicht einfach nur im Golf von Mexiko – ihr Untergang wird regelrecht zelebriert. Besonders Verliebte entflammen im Wettlauf mit der goldenen Scheibe. Magie liegt in der Luft: Beim Blick in die Augen seiner Liebe wird ein ewiges Band geknüpft.

Gregor von Nin / Split

Die größte Stadt Dalmatiens beherbergt eine der drei Statuen von Grgur Ninski. Im 10. Jahrhundert wurde er zum Bischof von Nin ernannt und leitete als Kanzler das kroatische Königreich. Sein Denkmal stand zuerst im berühmten Diokletianpalast in der Mitte des Peristil. Heute befindet sich die rund acht Meter hohe Statue am Stadtpark „Stossmayer Park“. Viele Besucher berühren den großen linken Zeh, in der Hoffnung auf Glück, Gesundheit und Stärke.

Was haltet ihr von solchen Bräuchen? Aberglaube, echte Zauberei oder alles Humbug?