Lustige Flugansagen



flugzeug

Jeder, der mehr als einmal in einem Flugzeug saß, wird sich früher oder später einmal über die eine oder andere Flugansage Gedanken gemacht haben. In einem Flieger sitzend dachte ich mir, einfach mal die Ansage-Klassiker hier zur Diskussion und Ergänzung zu stellen:

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Die Einwort-Ansage

Meeeeeeeineservererdendamenunderrenwirbegrüßensieaufunseremflug…”

Diese Variante, meist leicht nasal oder mit pfeiffendem “S” vorgetragen, ruft in mir immer wieder Bewunderung hervor, wie flüssig und fehlerfrei sämtliche Details der Sicherheitsanweisungen ohne jegliche Wortrennung vorzunehmen vorgetragen werden können, ohne sich dabei zu verhaspeln oder etwas zu vergessen (und meist ja auch in einem Atemzug!!).

Das verschluckte Mikrofon

“Chhhhne sehr verchhhhhten Damen und Chhhhhn, wir begchchchh Chhh auf unchch Chlug…”

Manche Flugbegleiter scheinen es sich trotz derzeitig geführter Kampagne um Kontakt- und Schmierinfektion nicht nehmen zu lassen, das Mikrofon beinahe mit den Lippen zu umschließen oder an den Mund zu drücken, was bei vielen Lauten wie “Pf”, “Sch” und “St” zu einem nicht mehr wahrnehmbaren Kratz- und Rauschgeräusch führt. Gerne wird als Stilmittel hier auch noch die total übersteuerte Lautstärkeregelung hinzugezogen, die den Kratz- und Rauscheffekt natürlich noch eindrucksvoller akustisch in Szene setzt und auch den vertieftesten Leser eines Wirtschaftsblattes aus der Lektüre reißt.

Der “Neitief Spieker”

Da heutzutage sämtliche Flugansagen auch in Englisch vorgenommen werden, fühlt man sich an dieser Stelle sehr gerne erinnert an den Werbebeitrag einer Sprachschule zu eben diesem Thema. Da uns Deutsche ja unser unverwechselbarer Akzent im Englischen eint (“Leidies änd Schentelmen…”), gibt es auch seltener Verständnisprobleme, sondern eher aufheiternde Momente.

Interessanter sind englische Ansagen dann, wenn man mit einer ausländischen Airline fliegt, deren Sprachakzente nicht in direkter Verwandtschaft mit den unseren stehen. Meine klaren Favoriten: Französische Linien (dort wird der Abneigung zur englischen Sprache lebhaft freien Lauf gelassen), spanische Airlines (bei denen es eine wahrlich unterhaltende Herausforderung ist, die gesagten Wörter zu erraten) und auch gerne orientalische Fluglinien (wo man erst nach zwei Minuten merkt, dass gerade ein englischer Text vorgetragen wird).

Die Wohlfühlstimme

Immer wieder schmunzeln muss ich bei gekonnt einfühlsamen und seelenwarmen Ansagen. Sonst nur bekannt aus “Herzblatt” oder Werbeclips zur Spätabendzeit, beweisen hier einige Flugbegleiter/innen, dass an Ihnen eine steile Karriere als Hörbuchsprecher/in für Rosamunde Pilcher Romane vorbeigegangen ist. Besonders das stimmlich hohe Eintauchen in eine längere, tief gehaltene Textpassage zählt dabei zu den klassischen Stilelementen dieser hohen Ansagekunst.

Der 20. Flug oder die Nullsinuswelle

Zur späteren Tageszeit öfters anzutreffen ist die weitverbreitete und gern eingesetzte Ein-Ton-Melodie. Was einem in der Schule noch als “runterleiern” negativ angekreidet wurde wird hier als Stilmittel eingesetzt, um den Fluggästen eindrucksvoll zu zeigen, dass das Flugbegleiter-Team bereits einen langen und auch anstrengenden Arbeitstag hinter sich hat. Was der ungeübte Zuhörer als “genervte” Vortragsweise bezeichnen würde, ist bei genauerer Betrachtung eigentlich bewundernswert: Mit buddhistischer Ruhe (und eben auch an Gebetsmühlen erinnernd) werden einem die überlebensnotwendigen Handgriffe bei einer dramatischen Flugzeugkatastrophe so beiläufig beigebracht, als handle es sich dabei um die Gebrauchsanweisung eines Handstaubsaugers.

Enfin: Der Kapitän persönlich

In den wenigsten Fällen klar verständlich, melden sich oft auch die wahren Flugzeugführer zu Wort, um über Flugdauer, Reisegeschwindigkeit, Umgebung und das Wetter am Zielort gewissenhaft zu berichten. Spannend ist dabei immer, ob in der englischen Version (“This is the Captain speaking”) auch tatsächlich der gleiche Inhalt vorkommt, wie in der vorherigen muttersprachlichen Version.

Schönstes Erlebnis hierbei war mal eine komplett konträre Wettervorhersage: “Sonnig mit leichtem Wind von NNW” gegenüber “Cloudy with stormy winds” 30 Sekunden später (Ja, auch Petrus scheint ein launischer Mann zu sein).

Was waren die Highlights, die Ihr schon erlebt habt? Bin sicher, diese Liste lässt sich noch lustig weiterführen!

Es gibt dazu auch schon einen Forumsthreat


Artikel aus der Rubrik: Unterhaltung

Über

"Von der Pike auf" lernte Georg Ziegler die Hotellerie kennen und machte Station an Bodensee, Genfer See und Berner Oberland, wo er zuletzt als Event Manager tätig war. Nach Abschluss des Studiums in "International Hospitality and Tourism Management" in der Schweiz nahm er 2008 seine Tätigkeit bei HolidayCheck auf und leitet mittlerweile den Bereich B2B, der sich auf Kommunikation, Auf- und Ausbau der Angebote für Hotellerie und Tourismuspartner konzentriert.



  1. Zum Thema “Charterflieger-Landungs-Applaudierer”:

    “……bitte klatschen sie nicht länger, wir drehen sonst noch eine Ehrenrunde!”
    Noch einer:(Hamburg International)

    Nach einer gut gemachten Landung: “……
    wir sind in xx gelandet wie die Eier im Spinat.

    Oder nach einer knallharten Landung:
    “….Wir haben Friedrichshafen voll getroffen”


  2. :-) Günter, das erinnert mich an noch eine Anekdote, die ich in irgendeinem Blog mal gefunden habe:
    Wie war das noch…
    Bei einem sehr nebligen Anflug folgt nach herzlichem Applaus der Fluggäste die Ansage des Maitre de Cabine: “Sehr geehrte Passagiere, wir freuen uns auch sehr, daß das Fahrwerk erfolgreich ausgefahren wurde. Bitte bleiben Sie weiterhin angeschnallt, bis wir in XX gelandet sind.”


  3. gottlob hat zumindest air berlin jetzt umgestellt auf nen schönen animationsfilm a la pixar mit echten texten :-) allerdings wird die lautstärke jetzt hochgefahren, als wären wir bei pro7 auf dauerwerbesendung…



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