holidaycheck_kuriose_beschwEs ist nicht zu fassen, worüber wir Deutschen uns im Urlaub aufregen und womit wir die Gerichte beschäftigen.

Vor zwei Wochen erging das Urteil vom Landgericht Hannover über die Klage eines Seychellen-Urlaubers wegen zu hoher Wellen. Seitdem geistert die Geschichte durch alle Medien. Dem Wiesbadener war der Wellengang am Urlaubsort zu heftig, so dass er das Meer nicht nach seinen Vorstellungen nutzen konnte. Deshalb wollte er einen Teil des Reisepreises zurück – die Klage wurde abgelehnt…

So etwas ist kein Einzelfall. Auch in der Vergangenheit sind mir so manch kuriose Klagen ins Auge gefallen, die ich gerne zum Schmunzeln weiter geben möchte 😉 Mit dabei sind Beschwerden über zu viele Einheimische am Strand, schnarchende Sitznachbarn und ein Plumpsklo als Toilette…

Einheimische am Strand

Einem deutschen Urlauberpärchen missfielen die Einheimischen, die sich ebenfalls am Strand von Mauritius zum Sonnenbaden aufhielten. Ihre getrübte Urlaubsfreude wollten sie vor Gericht wiedergutmachen lassen. Das Amtsgericht Aschaffenburg sah in der Anwesenheit der Einheimischen jedoch keinen Mangel und wies die Klage ab. Ja, ja, so Einheimische will man im Urlaub einfach nicht sehen – und schon gar nicht mit ihnen den Strand teilen.

Plumpsklo als Toilette

Ein Schweden-Urlauber verlangte Schadensersatz, da im Ferienhauskatalog mit einer Toilette geworben wurde. Vorgefunden hatte der Kläger aber nur ein Plumpsklo. Seine Klage wies das Landgericht Hamburg mit der Begründung ab, dass bei einem Ferienhaus in freier Natur nicht mit einer Wasserspülung gerechnet werden kann, weshalb der Begriff „WC“ absichtlich nicht verwendet wurde. Und ein Plumpsklo stelle doch tatsächlich auch eine Toilette dar. Gut zu Wissen.

Muezzin-Rufe in der Türkei

Die täglichen Muezzin-Gebetsrufe vom benachbarten Minarett wollten einer Türkei-Touristin so gar nicht gefallen und sie rief den Richter wegen des angeblichen Reisemangels zu Hilfe. Das Amtsgericht Düsseldorf befand die Gebetsrufe allerdings als hinzunehmende, ortsübliche Geräusche und lehnte einen Minderungsanspruch ab.

Schnarchender Sitznachbar im Flugzeug

Ein Südafrika-Reisender bekam auf seinem Flug ein kostenloses Schnarchkonzert seines Sitznachbarn geboten. Für ihn unerträglich, wollte er Geld von der Fluggesellschaft zurück erstattet bekommen. Das Amtsgericht Frankfurt stufte die Lärmbelästigung als bloße Unannehmlichkeit ein, die auch ein Flugast in der Business-Class hinzunehmen hätte. Na dann gute Nacht!

Doch nicht nur die deutschen Touristen scheinen absurde Ansprüche zu haben.

Unglaublich scheint die Geschichte einer polnischen Mutter die eine Schadensersatzklage anstrebte, weil ihre Tochter schwanger aus dem Ägypten Urlaub nach Hause kam. Schuld sei ihrer Ansicht nach ein mit Spermien verunreinigter Hotelpool!

Das arme Töchterchen, die Unschuld vom Lande und dann so etwas…

Und ein Brite erhielt doch tatsächlich Schadensersatz, da sich wohl zu viele Deutsche im gebuchten Urlaubshotel befunden hätten. Na ja, wenigstens mögen wir uns im Urlaub gegenseitig nicht 😉

Bleibt abzuwarten, was die Urlaubsheimkehrer in den nächsten Wochen so alles bei Gericht einreichen werden… Ich bleibe auf jeden Fall dran und werde die „Schmankerl“ der Urlaubsbeschwerden dann wieder im Blog präsentieren.