Namaste! Diese Woche dreht sich im Blog alles um das exotische Reiseland Indien – pünktlich zum deutschen Kinostart des Films „Best Exotic Marigold Hotel„. Wir versorgen euch mit Insider-Infos, einem spannenden Reisebericht und als absolutes Highlight gibt es am Freitag ein Gewinnspiel 🙂 Los geht’s mit einem tollen Einblick in die indische Kultur: Tea Time meets Mango Lassi – Kulturschock leicht gemacht:

Wenn Engländer nach Indien reisen, kommt ihnen dort vieles bekannt vor: Die Autos fahren auf der linken Straßenseite, man spielt Cricket und neben Hindi ist auch Englisch offizielle Amtssprache. Diese Gemeinsamkeiten sind natürlich kein Zufall, sondern Ergebnis der einstigen britischen Kolonialherrschaft. Jedoch hält Indien selbst für Briten zahlreiche, bisweilen sogar schockierende, Überraschungen bereit. Darauf müssen sich auch und (aufgrund ihres bereits etwas höheren Alters) insbesondere die sieben Engländer einstellen, die zum deutschen Kinostart am 15. März in das indische „Best Exotic Marigold Hotel“ einchecken.

Hier gilt das Recht des Stärkeren!

Abgesehen von dem Linksfahrgebot sind verbindliche Verkehrsregeln – das heißt Regeln, an die sich die Leute in der Praxis auch wirklich halten – eher Mangelware, vor allem im Verkehrschaos der Großstädte. So gilt im Zweifelsfall meist das Recht des Stärkeren: Ein LKW ist größer als ein Motorrad, hat also Vorfahrt; es sei denn, eine Kuh ist ebenfalls beteiligt, dann müssen alle anderen erst einmal warten. Bei allen kniffligen Situationen spielt immer auch der natürliche Überlebenswille jedes einzelnen Verkehrsteilnehmers eine bedeutende Rolle…

Vorsicht: scharf!

Indiens Küche wartet mit einer Vielfalt exotischer Gewürze auf. Für Europäer, deren Zungen und Mägen daran nicht gewöhnt sind, geht dies bisweilen mit vermehrten Gängen aufs stille Örtchen einher. Kulinarisch überforderte Engländer, die sich nach einem ganz normalen leckeren Roastbeef sehnen, haben in indischen Restaurants ausgesprochen schlechte Karten. Denn Kühe sind für Hindus heilig und dürfen nicht getötet werden. Und da über 80 Prozent aller Inder Hindus sind und das Schlachten von Kühen in vielen Regionen zudem auch gesetzlich verboten ist, wird es mit dem englischen Nationalgericht auf indischen Tellern leider nichts.

Kunterbuntes Bollywood

Wer im Kino auf schwarzhumorige Komödien und in den Nebel der Themse gehüllte Kriminalfälle steht, muss sich als Indien-Reisender auf einen harten Umstellungsprozess gefasst machen. Denn in den vorwiegend melodramatischen Geschichten Bollywoods wird getanzt und gesungen bis zum Umfallen. Und alle, die noch nie etwas von Shah Rukh Khan gehört haben, sollten zur Vorbereitung schnellstens mit der Recherche anfangen, um sich im Gespräch mit den Einheimischen nicht bis auf die Knochen zu blamieren.

Back to basics

Während jeder Brite im Verlauf eines ganzen Jahres nur circa 90 Minuten ohne Strom auskommen muss (Stand 2006), sind Stromausfälle in Indien an der Tagesordnung. Das ist natürlich ärgerlich, aber eben auch nur dann, wenn man überhaupt einen Stromanschluss hat – was für viele Haushalte der ländlichen Regionen Indiens noch nicht zum Standard gehört. Immer einen gewissen Vorrat an Batterien oder Ersatzakkus mit sich zu führen, ist in Indien also grundsätzlich keine schlechte Idee.

Was ist schon Zeit?

Der Pünktlichkeit gewöhnte Engländer muss in Indien einen Gang runterschalten. Ein Termin, der für „10 Uhr“ vereinbart wurde, kann durchaus um 10 Uhr stattfinden. Oder eben auch eine Stunde später. Während man sich in Westeuropa schon schwer tut, seinen Unmut über Zugverspätungen von 10 Minuten für sich zu behalten, sollte man sich in Indien darüber freuen, wenn ein Zug überhaupt fährt oder man einen Sitzplatz bekommt – und nicht etwa auf dem Dach. Der Alltag in Indien erfordert ein gewisses Maß an Improvisation, was sich mit (eingeforderter) Pünktlichkeit nun einmal nicht gut verträgt. Also: Immer mit der Ruhe!

Morgen erfahrt ihr, welche köstlichen indischen Gerichte sich hinter seltsamen Namen wie Alu Gobhi, Vindalho oder Samosa verbergen 🙂