Wer wegen einer verspäteten Landeerlaubnis den Anschlussflug verpasst und zu spät am Zielort ankommt, hat kein Recht auf Entschädigung. Dieses Urteil fällte der Bundesgerichtshof.

Wenn ein Flugzeug zwar pünktlich startet, aber durch eine verzögerte Landeerlaubnis zu spät ankommt, haben Reisende kein Recht auf einen Ausgleich. Der Bundesgerichtshof entschied, dass dies auch dann gilt, wenn Flugreisende dadurch sogar ihren Anschlussflug verpassen und mit mehr als drei Stunden Verspätung am Zielort ankommen.

Weil er seinen Anschlussflug verpasst hatte und daraufhin einen Geschäftstermin verschieben musste, hatte ein Geschäftsmann geklagt. Bereits im April 2006 ereignete sich das Dilemma: Als der Kläger von Hamburg über Paris nach Atlanta fliegen wollte, startete das Flugzeug in Hamburg zwar pünktlich, weil der Luftraum über Paris überfüllt war, durfte die Maschine aber zunächst aber nicht landen. Wegen dieser Verzögerung verpasste der Geschäftsmann den Anschlussflug.

In der Regel werden Verspätungen ab drei Stunden entschädigt. Der Bundesgerichtshof erklärte seine Entscheidung aber damit, dass in diesem Fall die verweigerte Landeerlaubnis die Ursache sei und die Verspätung auf „außergewöhnlichen Umständen“ beruhe. Nach Fluggastrechteverordnung gibt es dann nämlich keinerlei Ausgleich.