Zum Abschluss unserer Island-Woche haben wir ein ganz besondereres Schmankerl für euch: Wie die Crew der Prometheus (PROMETHEUS – DUNKLE ZEICHEN, ab 9. August im Kino) hat sich auch mein Kollege Julian Jurek mit seinem Studienkollegen Frieder Gold auf eine spannende Exkursion nach Island begeben und einen tollen Reisebericht verfasst, den wir euch natürlich nicht vorenthalten wollen.

Island

Startklar!

Es war einmal in Island, im Jahr 2007…

Im Rahmen unseres Diploms geht es auf eine spannende Reise nach Island. Nach knapp vier Stunden Flugzeit landen wir auf der Vulkaninsel. Der Flughafen von Keflavík unterscheidet sich kaum von einem südländischen Flughafen, aber das Wetter auf Island ist definitiv anders: Trotz Sonnenschein ist der Wind frostig, die Temperaturen wie erwartet niedrig. Wir mieten uns einen 4-Rad-Jeep an und machen uns auf zu unserer bevorstehenden Fotoexkursion.

Zuerst machen wir einen kleinen Abstecher nach Reykjavík. Die Stadt an sich ist relativ flach und weitläufig bebaut und hat was von einer Ostblock-Metropole.

Die Tastsache, das in Reykjavík mit rund 120.000 Einwohnern fast die Hälfte der 300.000 Menschen, die auf Island leben, beheimatet sind, lässt auf die Unberührtheit des Landes schließen. Wir haben allerdings keine Zeit, uns die Sehenswürdigkeiten dieser Stadt anzuschauen. Unser Weg führt uns direkt auf die A1, die Autobahn, die einmal komplett um die Insel führt.

Island

Straße im Nebel

Die Blaue Lagune Islands

Einen kurzen Stop an der Blauen Lagune legen wir aber trotzdem noch ein, so viel Zeit muss sein. Ein kleiner Umweg, aber lohnenswert, wie uns berichtet wurde. Lässt man das Stadtzentrum hinter sich und fährt gen Süden, wird die Landschaft um Reykjavík unbeschreiblich monoton, aufgeborsten und durch spitzes Lavagestein gezeichnet.

Nebelschwaden behindern die Sicht, steigt man aus dem Auto, kriecht sofort der Geruch von Schwefel in die Nase. Man hat ein wenig das Gefühl, in Mordor, dem schwarzen Land aus Herr der Ringe, gelandet zu sein. Ein Glück, dass wir uns noch um passendes Expeditions-Outfit gekümmert haben. Mit einfachen Wanderschuhen kommt man hier jedenfalls nicht weit oder schneidet sich die Füße auf.

Wir fahren auf hügeligen Schotterpisten durch die Gegend, begleitet von Motocross Fahrern, die neben uns durch die Landschaft springen. Uns wird schnell klar: Man kann hier machen, was man will und wo man es gerade will. Dennoch sollte man vorsichtig fahren, um nicht von der Straße abzukommen.

Island

Blaue Lagune

Auf dem Weg zur Blauen Lagune kommt man an dem Geothermalkraftwerk Svartsengi vorbei. Hier wiederum könnte man meinen, man ist am am Drehort für Mad Max gelandet: Weißer Rauch steigt aus riesigen, toten Schornsteinen empor, es zischt und brodelt an allen Ecken und Enden, metallische Maschinengeräusche machen sich breit und gelegentlich schießen Stichflammen aus dem Boden. Ein wirklich unwirklicher Ort.

Kurze Zeit später kommen wir an der Blauen Lagune an. Das Thermalbad erstrahlt durch die Kieselsäure wie versprochen in reinstem Türkis. Mit ca. 5.000 qm Fläche ist das definitiv der größte Thermalsee, den ich bisher gesehen haben. Das 42 Grad warme Wasser lädt zum Planschen ein, trotz eisigen Außentemperaturen.

Island

Myrdasjökull – wow!

Islands Highlands

Zurück auf der A1 fahren wir gen Südosten dem größten Gletscher Islands, dem Vatnajökull, entgegen, dessen Gletscherhöhle man unbedingt gesehen haben muss. Auf dem Weg dorthin kommt man am Svartifoss-Wasserfall im Skaftafell-Nationalpark vorbei. So monoton die Landschaft in der Umgebung von Reykjavik auch ist, um so abwechlsungsreicher und atemberaubender wird sie mit jedem Kilometer, den man Richtung Westen fährt.

Es scheint, als würde man alle 10 Kilometer durch eine neue Klima- und Landschaftszone fahren, auch wenn es mit Beginn der Gletscherschmelze noch nicht allzu grün auf der Insel ist. Die Lichtverhältnisse werden auch immer extremer, man merkt zunehmend, dass die hellen Phasen immer länger werden. Zwischen Langjökull und Mýrdasjökull geht es letztendlich in das tatsächliche Abenteuer Islands: Die Highlands.

Die uns aber leider verwehrt geblieben sind… „With this car? I wouldn‘t do that!“ wurden wir von der Besitzerin des letzten Hostels vor den Highlands gewarnt. Und in der Tat, ohne Arctic Truck hat man dort keine Chance und bringt sich sogar in Lebensgefahr.

Island

Der Gletscher Vatnajökull

Vatnajökull – Islands Eisriese

Die A1 führt uns weiter in Richtung Osten, dem ins Meer ragenden Gletscher Vatnajökull entgegen. Man sieht ihn bereits von Vik aus und es scheint, als würde man ihm nur unmerklich näherkommen, so riesig ist das Ungetüm.

Von Vik brauchen wir schließlich weitere zwei Tage, bis wir in den Genuß dieses überwältigenden Gletschers kommen. Und in der Tat: Es lohnt sich und wir kommen aus dem Staunen nicht mehr heraus.

Gewaltige Eisschollen treiben ins rauhe, offene Meer hinaus. Wir bleiben auf einer Brücke stehen und genießen das faszinierende Naturschauspiel. Wie in einem Naturfilm erblicken wir auch Wale, die sich in dem Fjord verirrt haben und zwischen den Eisschollen kurz zum Luftschnappen an die Wasseroberfläche tauchen. Der ein odere andere Surfer traut sich sogar mit Neopren in das eiskalte Wasser.

Island

Wunderschön: Islands Natur

In Höfn, einem idyllischen Fischerdorf, scheint die Zeit stehengeblieben zu sein. Hier schießen wir einige langzeitbelichtete Polaroidaufnahmen, was gar nicht so einfach ist, denn mittlerweile ist es nur noch ca. eine Stunde dunkel in der Nacht. Zudem scheint es, als befinde sich Höfn genau unter einem „globalen Vorhang“; steht man gen Süden, ist es stockfinster, dreht man sich zügig um die eigene Achse nach Norden, plötzlich taghell. Verrückt. Wir merken zudem, wie unser Bio-Rhythmus langsam mit diesen Lichtverhältnissen Probleme entwickelt, denn allgemeine Schlaflosigkeit macht sich breit.

Die A1 führt weiter Richtung Osten nach Seyðisfjörður und von dort aus über Vulkanseen nach Norden in die Hafenstadt Akureyri, der zweitgrößten Stadt nach Reykjavik. Von Akureyri aus geht es weiter gen Nordwesten. Überraschungen sind auch hier vorprogrammiert, so kann es sein, dass aus strahlendem Sonnenschein plötzlich ein massiver Schneesturm wird, sobald man die Bergpässe passiert.

In Hólmavík angekommen hätten wir die letzte Chance, nach Reykjavik umzukehren, bevor man sich auf den letzten Nordzipfel der Insel einlässt. Hier erwarten einen lediglich unendlich wirkende Fjorde, rauhes Wetter, rauhes Meer, eisiger Wind und zerborstene Landschaftsstrukturen. Eine sehr lebensfeindliche Umgebung, was sich auch an der schwindenen Anzahl der Häuser bemerkbar macht. Man merkt mit jedem Kilometer, den man fährt: Grönland ist nicht mehr weit.

Island

Nach müde kommt…?!

Mitsommernacht!

Zurück nach Reykjavik! Wir genießen die Zivilisation wie noch nie: Sechs Euro für ein Bier und 17 Euro für einen Hamburger stören uns auch nicht mehr. Die technikverliebte Jugend feiert mittlerweile 24 Stunden Party, denn es ist Mittsommerfest. Die Nacht ist dem immerwährenden Tag gewichen und wir sind mittendrin. Insomnia lässt grüßen! Wer jetzt verzweifelt versucht, ein Zeitgefühl zu entwickeln, der ist hoffnungslos verloren….

 

Nicht vergessen: Bis Sonntag könnt ihr noch bei unserem tollen Gewinnspiel zum Kinostart von PROMETHEUS – DUNKLE ZEICHEN mitmachen.