Hong Kong also…where East meets West. Drei Tage habe ich Zeit, um diese wahnsinnige Stadt zu entdecken – viel zu wenig und doch mehr als genug. Denn Hong Kong ist eine Stadt der Superlative – Menschen, Lärm, Gerüche und Lichter. Viel länger als drei Tage würden meine Sinne das wohl kaum ertragen…

Kowloon

Kowloon

Hong Kong – Kowloon

Mein Hostel finde ich auf Anhieb, schön zentral in Kowloon (Halbinsel direkt über Hong Kong Island) – sozusagen das zweite Stadtzentrum Hong Kongs. Ich habe wie immer vertrauensvoll übers Internet gebucht und auch dieses Mal wieder richtig Glück gehabt!

Im Prinzip ist meine Unterkunft eine Vier-Zimmer-Wohnung, von denen drei Zimmer von einem chinesischen Ehepaar mittleren Alters an Urlauber vermietet werden. Sie schläft nachts auf einer Klappcouch im Wohnzimmer und er… Keine Ahnung, ich habe ihn nie schlafen sehen.

Das Fantastische an meinem kleinen Einzelzimmer für nur 17 Euro pro Nacht in einer der teuersten Städte der Welt ist das Fenster!!! Ist doch normal, denkt ihr? Nicht in Hong Kong, hier haben 99% aller Einzelzimmer der unteren Preisklasse nämlich kein Fenster. Meins schon und das freut mich sehr 🙂

Meinen Vermietern scheint aber diese Geldquelle (ich vermute übrigens, dass sie die Zimmer schwarz vermieten) nicht auszureichen, weshalb sie kurzerhand ihr Wohn-,Schlaf-, Esszimmer nach Bedarf in ein kleines Mahjong-Spielcasino verwandeln. Ruck zuck werden zwei vollautomatische Mahjong-Tische aufgebaut, die Bude ist voller Menschen und es wird stundenlang gespielt. Wohlgemerkt ist das Glückspiel in Hong Kong verboten!

Big City Life

Die Stadt gefällt mir auf Anhieb wahnsinnig gut!! Die Menschen sind total freundlich und sprechen alle Englisch, meine kläglichen Versuche, endlich mal mein Uni-Chinesisch zu benutzen, scheitern immer an meinem Englisch sprechenden Gegenüber. Außerdem ist die Stadt sehr international. Ich falle mit meinen blonden Haaren und den blauen Augen nicht so sehr auf wie bei meinen Reisen in andere asiatische Länder, was ich sehr angenehm finde.

Victoria Peak

Victoria Peak

Dadurch, dass die Stadt sozusagen in der Mitte durch das Hafenbecken des Victoria Habour geteilt ist, entzerren sich auch die Menschenmassen, zumindest am Tag. Auf Hong Kong Island sieht man Anzug und Minirock im Business Stil, in Kowloon eher den lässig-hippen Hong Kong Großstädter. Nur abends werden die Straßen voll, voller, noch viel voller als man es sich vorstellen kann. Einmal stürze ich mich in das Getümmel der Nachtmärkte, gebe aber schon bald auf und verbringe die Abende lieber am Hafen oder in meinem Hostel.

 

Sightseeing in Hong Kong

Am ersten Tag gebe ich mir direkt die volle Ladung Sightseeing. Mit der Fähre geht es von Kowloon nach Hong Kong Island (dauert 8 Minuten, kostet ca. 20 Cent) und dann mit der Peak Tram rauf auf den Victoria Peak. Die alte Bahn wird mit Seilen gezogen und ist an einer Stelle so steil, dass man in seinen Sitz gedrückt wird und Rückenschmerzen kriegt. Von dort hat man einen wahnsinnigen Blick auf die gesamte Stadt und sieht erst einmal, wie groß Hong Kong eigentlich ist. Beeindruckend!

Godelfahrt nach Lantau Island

Godelfahrt nach Lantau Island

Am nächsten Tag geht es nach Lantau Island, erst mit der U-Bahn und dann mit der Seilbahn. Aber da wir ja in Hong Kong sind, nicht mit einer gewöhnlichen Seilbahn, sondern mit der Crystal Cabin – eine Kabine mit Glasfußboden! Den Aufpreis von ca. 5 Euro für die Kristallkabine (bei eh schon teuren 10 Euro) gönne ich mir, wann hat man dazu denn schon mal die Gelegenheit.

Leider vergesse ich beim Fahrkartenkauf, dass ich schreckliche Höhenangst habe und so wird die Gondelfahrt mit Glasboden leider zu einer 25-minütigen Zitterpartie 😀

Ich erreiche das kleine Bergdorf Ngong Ping, in dem der größte Outdoor-Buddha der Welt seinen Sitz hat. Und dieser ist dann auch wirklich beeindruckend, größer noch als ich es mir vorgestellt habe! Bei der mitgebuchten Tour „auf den Spuren Siddhartas aka Buddha“ erfahre ich alles über den Begründer des Buddhismus und darf am Ende noch meinen ganz persönlichen Wunsch loswerden…wollen wir hoffen, dass der auch in Erfüllung geht!

Light Show

Light Show

„The city that never sleeps“

Abends schaue ich mir von der Kowloon Seite aus die „Symphony of lights“ an, eine Musik- und Lichtershow, die dort jeden Abend stattfindet. Die Skyline-Hochhäuser sind alle mit Strahlern und Blinklichtern ausgestattet und blinken dann so richtig schön im Takt der Musik. Schön anzusehen ist es, wenn es mich auch eher irritiert als beeindruckt. Ich habe das Gefühl, in dieser Stadt ist es immer ein bisschen zu viel von allem…zu viel Lärm, zu viel Smog und zu viel Geblinke… Erschöpft sinke ich an diesem Abend in mein gemütliches Bett und versuche die vielen Eindrücke der letzen Tage zu verarbeiten.

Wie schnell doch drei Tage vergehen in einer Stadt wie Hong Kong, die niemals zur Ruhe kommt. Ich kehre dieser aufregenden Metropole den Rücken zu – für jetzt, denn ich komme wieder –  und mache mich auf zu einem neuen Abenteuer: Mit dem Zug quer durch China bis nach Peking!