Stern TV LogoDa ist es wieder passiert: Eine TV-Redaktion hat das Thema „gefälschte Hotelbewertungen“ für sich entdeckt. Diesmal beschäftigten sich die Kollegen von „Stern TV“ mit der Unglaublichkeit, dass es Menschen gibt, die Manipulationen vornehmen, andere Menschen leider darauf herein fallen und Leute wie uns, die ihr täglich bestes dafür geben, dass so etwas nicht passiert.
Wir sind den stetigen Kampf gewohnt… leider. Doch diesmal lohnt sich ein Blick hinter die Kulissen. Die Art und Weise dieses Berichts, der anschließenden Gesprächsrunde und des Chats mit der „Expertin“ vom ADAC sind genauso erörterungsbedürftig wie die Zukunft von Hotelbewertungen. Wo fangen wir an? Am besten dort, wo alles begann.

Anfang Mai nahm eine Redakteurin von „Stern TV“ Kontakt mit uns auf. Ein Bericht über Hotelbewertungsportale sei geplant: Wie suche ich den richtigen Urlaub? Auf was muss ich achten? Und natürlich solle auch das Thema gefälschte Bewertungen eine Rolle spielen. HolidayCheck stellt sich gern diesen Themen. Wir sind die Einzigen, die hierzu regelmäßig Stellung nehmen – und stolz darauf! Wir verstecken uns nicht und müssen dies auch nicht tun: Das 60-köpfige Prüfungsteam unserer Bewertungen ist keine Schattenarmee. Wir behaupten nicht nur, dass wir etwas tun – wir arbeiten ständig am Produkt. Das hat uns den Testsieg bei Stiftung Warentest eingebracht, das macht uns zum Marktführer.

Dieser Erfolg bei Stiftung Warentest war auch das Argument der Redakteurin Lena Wendte, warum sie sich unser Produkt gerne ansehen wollte. „Best Practice am Beispiel des Testsiegers“ – das waren ihre Worte. Also gewährten wir Einblick in unsere Systeme. Am 16. Mai nahmen wir uns hier, direkt bei HolidayCheck, einen ganzen Nachmittag Zeit, Frau Wendte zu erklären, wie wir gefälschte Bewertungen herausfischen. Dabei offenbarten wir ihr natürlich auch Schwachstellen. Dies geschah, nachdem sie uns versicherte, keine gefälschten Bewertungen abzugeben oder dies zu planen. Gerne haben wir auch im Interview zu Funktion und Zukunft von Hotelbewertungen Stellung genommen. Schade, dass davon nicht viel übrig geblieben ist.

Wie wir seit der Sendung wissen: Es benötigte sieben Tage, bis Frau Wendte und ihre Redaktion uns gefälschte Bewertungen auf die Plattform mogelte um sie in der Sendung vorzuführen. Einem Hotel auf Teneriffa dichtete sie Flughafennähe an, einem Stadthotel in Köln einen Aquapark – ein wahrlich großer Lacher im Studio. Doch über den Sinn einer solchen Manipulation schwieg sie sich aus: Welches Interesse sollte ein Hotelier haben, über Hardfacts wie Pool, Wasserrutsche, Flughafennähe zu lügen? Das kommt spätestens dann als Bumerang zurück, wenn ein enttäuschter Gast aus dem Urlaub zurückkehrt und sich anschließend darüber beschwert. Solche Fakes platzieren nur Journalisten – auch das wusste Frau Wendte von uns.

Anschließend präsentierte sie zwei enttäuschte Urlauber, die sich von Hotelbewertungen hinters Licht führen ließen. Es zeigt einmal mehr, wie wichtig es ist, dass sich so viele Menschen wie möglich mit Hotelbewertungen beschäftigen und daran beteiligen sollten:

  • Ein Hotel scheint verdächtig: Melden Sie es dringend an HolidayCheck.
  • Lesen Sie vor jeder Buchung so viele Hotelbewertungen wir möglich. Wir haben herausgefunden, dass Urlauber im Schnitt neun Hotelbewertungen lesen sollten bis sie wissen, ob ein Hotel zu ihnen passt oder nicht.
  • Filtern Sie die Hotelbewertungen danach, wer sie abgegeben hat (Familie, Single, Paare) und aus welcher Altersgruppe der Abgebende war. Nur so wissen Sie ob das Hotel zu Ihnen passt.

Über Mister X, den die Branche kennt, wollen wir übrigens nicht zuviel erzählen… Herrn Kretschmer flattert demnächst eine Anzeige wegen versuchten Betruges auf den Tisch. Dafür aber doch über die Expertin vom ADAC. Übersehen hatte die Redaktion, dass es sich mit dem ADAC um einen direkten Konkurrenten der bloßgestellten Reiseportale handelt. Der ADAC führt eine stattliche Anzahl stationärer Reisebüros und betreibt daneben ein eigenes Online-Reisebüro. Über Neutralität dieser Expertin lässt sich zumindest zweifeln.

Damit wir uns nicht falsch verstehen: Wir wissen, dass uns nicht jede Hotelbewertung ins Netz geht, an der etwas nicht stimmt. Auch wenn uns das nicht gefällt. Wir tun aber unser Bestes und arbeiten immer weiter an unseren Prüfverfahren. Den Betrügern einen Schritt voraus zu sein, ist unser Anspruch. Das „System Hotelbewertung“ ist ein Gutes – davon sind wir überzeugt. Was blüht uns sonst? Blumige Katalogversprechen wie früher. Leider ist aber auch das Realität: Wo es ein System gibt, sind auch immer wieder Leute die versuchen, dieses zu hintergehen. Deshalb ist es wichtig, dass so viele ehrliche Menschen wie möglich daran teilnehmen.