Die Lagungenstadt Venedig

In Venedig ist ein erster Teil des milliardenschweren Dammprojektes MOSE erfolgreich getestet worden. Der mobile Hochwasserschutz war im Sommer installiert worden und soll die angeschlagene Lagunenstadt künftig vor weiteren Schäden bewahren.

Bei drohendem Hochwasser wird der Damm die drei Eingänge in die Lagune versperren und verhindern, dass die bereits maroden Bauwerke dadurch weiter geschädigt werden. Ist der Wasserspiegel um Venedig stabil, liegen die insgesamt 78 mit Wasser gefüllten Barrieren auf dem Meeresgrund. Steigt Pegel um mehr als 110 Zentimeter an, richten sie sich die Elemente durch Luftzufuhr auf und verhindern eine Flutung der Lagune. Eine Fertigstellung des Projektes für das kommende Jahr geplant. Bis dahin sollen die Baukosten auf etwa 5,4 Milliarden Euro steigen.

Nachdem 1966 eine große Flut die Stadt in katastrophalen Zustand versetzt hatte, entstand die Idee zu einem Deichsystem. Nach weiteren massiven Überschwemmungen leitete die Regierung in Rom Maßnahmen für die Rettung Venedigs ein.

Aber das MOSE-Projekt ist umstritten: Umweltaktivisten befürchten große Schäden für das Öko-System in Venedig. Aufgrund der weltweiten Klimaveränderung, so die Einschätzungen von Umweltschützern, wird es in Venedig noch häufiger Hochwasser geben. In den Monaten mit dem höchsten Pegelstand wäre die gesamte Lagune ständig von der Frischwasserzufuhr abgeschnitten – das stehende Wasser könnte dann umkippen.