Wenn das Auswärtige Amt eine Unwetterwarnung für ein Reiseland herausgibt, sind Urlauber oft verunsichert. Auf die Frage, ob in diesem Fall eine kostenlose Stornierung möglich sei, hat das Oberlandesgericht München nur eine Antwort: Ja!

Das OLG München hat einer Urlauberin Recht gegeben. Sie hatte eine Sri-Lanka-Reise von 2011 nach einer Unwetterwarnung des Auswärtigen Amts storniert. Nun das Urteil: Die Münchnerin bekommt den vollen Reisepreis von mehr als 5000 Euro zurück und muss keine Stornokosten zahlen.

Laut Frankfurter Rundschau Online hatte die Urlauberin eine Reise vom 26. Januar bis 11. Februar 2011 gebucht – fünftägige Rundfahrt mit plus Strandurlaub. Am 14. Januar wies das Auswärtige Amt auf „dauerhafte starke Regenfälle“ hin. Daraufhin rief die Frau ihren Veranstalter an, eine Mitarbeiterin erklärte ihr aber, die Urlauberin könne die Reise problemlos antreten und wies eine kostenfreie Stornierung ab. Noch am selben Tag stornierte die Frau ihre Reise, allerdings mit 60 Prozent Stornokosten. Den Strandurlaub hätte die Frau gefahrlos antreten können, meinte der Veranstalter.

In der Verhandlung hielt der Richter die angekündigte Kündigung für gerechtfertigt: Die Urlauberin habe auf den Hinweis des Auswärtigen Amts entsprechend reagieren dürfen. Der Veranstalter habe seine Aussage, die Reise sei ungefährlich, nicht begründen können.