TunesienDie größte Gewerkschaft Tunesiens, UGTT, hat zum Generealstreik aufgerufen. Betroffen sind vor allem Reisende: Die Flughafenmitarbeiter legen heute ihre Arbeit nieder. Sämtliche Flüge von und nach Tunesien sind abgesagt.

Nichts geht mehr: Nachdem am Donnerstag Oppositionspolitiker Mohammed Brahmi auf offener Straße erschossen wurde, hatte die größte Gewerkschaft UGTT des Landes zur Arbeitsniederlegung aufgerufen. Im Parlament ist ein Trauertag geplant. Nach den Erfahrungen vergangener Demonstrationen ist es derzeit schwer abzusehen, wann der Flugbetrieb zur Normalität zurückkehrt.

Wie Spiegel Online berichtet, versammelten sich in Tunis viele Menschen zu spontanen Protesten. Vor dem Innenministerium mussten Sicherheitskräfte Tränengas gegen aufgebrachte Demonstranten einsetzen. In der Stadt Sidi Bouzid steckten laut Spiegel Online Randalierer den Sitz der Bezirksregierung in Brand.

Anfang des Jahres war in Tunesien der Oppositionspolitiker Chokri Belaïd ermordet worden. Im Anschluss eskalierten seit längerem anhaltende Spannungen im Ursprungsland des Arabischen Frühlings und es kam zu Massenprotesten. Die islamistische Regierungspartei Nahda stimmte deswegen einer Kabinettsneubildung zu.