CIMG0530Tausende Feierwütige, alle bewaffnet mit einem Eimer voller Alkohol, feiern und tanzen nächtelang auf einer traumhaften Insel. Die Gedanken schweifen und viele denken wohl nun an den Ballermann auf der Baleareninsel Mallorca. Falsch gedacht, denn ich möchte Euch berichten von der Insel Koh Phangan im Golf von Thailand.

Aber nun von vorne… es war Anfang März und wir verbrachten gerade wundervolle Tage auf der mittlerweile berühmten Insel Koh Samui. Man konnte kaum überhören, dass in den nächsten Tagen die legendäre und immer größer werdende Full Moon-Party auf der 10 km entfernten Nachbarinsel Koh Phangan statt finden wird. Am Hafen angekommen hatte man dann tatsächlich das Gefühl als wolle ganz Koh Samui die Insel in Richtung Koh Phangan verlassen. So landeten wir auf einer Fähre mit geschätzten 150 Personen an Bord, auf der die Vorfreude auf die am Abend anstehende Party förmlich greifbar war. Samuis Wahrzeichen, der „Big Buddha“ blinzelte uns nochmal zu und verabschiedete uns ins Partyparadies Koh Phangan welches sich hinter dem türkis-blauen Wasser bereits markant emporhob.

P1030092Spätestens als wir in Haad Rin, dem Partyzentrum ankamen, wurde uns das Ausmaß der Party bewusst. Jeep für Jeep brachte immer mehr junge oder zumindest jung gebliebene Nachtschwärmer so nah an die Bucht von Haad Rin wie nur irgendmöglich. Am Ende sind es bis zu 10.000.

Es lag auf der Hand dass Unterkünfte zur Mangelware werden würden und die Preise für die noch übrigen entsprechend unverschämt ansteigen würden. Wir hatten Glück und waren gewillt unseren Geldbeutel etwas weiter zu öffnen als die meisten dort anzutreffenden Langzeitreisenden, und konnten uns somit noch ein Apartment sichern.

Als wir dann in der Bucht von Haad Rin ankamen trauten wir unseren Augen kaum. Fast jeder Quadratzentimeter in der Bucht wurde von jungen Leuten so im Alter von 18 bis 35 Jahren besetzt, so dass das Erreichen des Meeres schwieriger war als in Rimminis besten Zeiten.

Tatsächlich, so sagte man uns, mauserte sich das Backpacker Geheimparadies zur Anlaufstelle für Partyhungrige und Junggebliebene aus allen Teilen der Welt. Zu unserer Zeit trafen wir vor allem auf Australier, Neuseeländer und Skandinavier, die ähnlich wie wir dem kalten Winter der Nordhalbkugel entfliehen wollten. Angesichts dessen, dass wir täglich 38 Grad hatten, war dies auch sehr erfolgreich.

Nun aber zurück zur Party, denn es begann bereits zu dämmern und das Partyvolk zog sich zurück in die zahlreichen Strandbars, um sich für den beginnenden Abend zu stärken. Die Atmosphäre schien magisch, in fast jeder Bar lief der berühmte Film „The Beach“ in welchem Leonardo di Caprio in der Hauptrolle zu sehen war. Man konnte sich sehr gut in den Film versetzen, war man doch auf der paradiesischen Insel auf welcher ein Teil des Films tatsächlich spielte. Auch das im Film vermittelte Community Leben ließ spätestens die steifen westlichen Gesellschaftsbarrieren brechen und man kam mit allen Menschen ringsum schnell ins Gespräch.P1030108

Bei Nacht erstrahlte die Bucht in bunten Lichtern. Alle an der Bucht gelegenen Bars spielten lautstark ihre meist elektronische Musik und der Strand füllte sich zusehends. Während die ersten bereits anfingen zu tanzen eroberte eine Gruppe von Menschen unsere Aufmerksamkeit welche eine Art Seilspringen betrieb. Allerdings war das Seil mit Terpentin durchtränkt, ca. 15 Meter lang und brannte, also eher Seilspringen für Fortgeschrittene – oder Verrückte…

Es hatte noch immer 32 Grad und der Strand war voller Menschen, annähernd so stelle ich mir die Laune mit allen seinen stimmungshebenden Hilfsmitteln auf dem legendären Woodstock Festival vor. Thailänder mögen es ja gar nicht gerne wenn dieses süßlich riechende Naturprodukt konsumiert wird, aber spätestens zu diesem Zeitpunkt hatten viele ohnehin bereits das Gefühl als wäre man dem gesetzlosen Himmel ein gutes Stück näher. An einer der zahlreichen Strandbuden erstand ich meinen zweiten Eimer, diesmal gefüllt mit „original“ russischen Vodka mit einer Gummibärchensaft-ähnlichen Substanz und stürzte mich wieder ins Getümmel. Da fast alle Ihre Getränke via Plastikeimer zu sich nahmen, obwohl mindestens ein Viertel Eis enthalten war, schienen die klaren Gedanken von anstoßen zu anstoßen zu schwinden. Die Menge wurde hemmungsloser und die Nacht kürzer.

Wenn ich jetzt Eure Begeisterung noch nicht entfacht habe, werde ich es wohl auch nicht mehr schaffen.

1156006024_neuÜbrigens gibt es ergänzend nun auch „Black-Moon“, „Half-Moon“ und mehrere „Jungle-Experience“ Parties, schließlich zeigt sich der Vollmond ja nur eine lächerliche Nacht pro Monat. Wer keine dieser Parties trifft, wird auf den zahlreichen Poolparties seinen Lenz finden.

Am nächsten Tag konnte man sich übrigens dann eine DVD kaufen mit zusammen geschnittenem Filmmaterial der vergangenen 24 Stunden. Es schien zahlreiche Interessenten zu geben, offenbar halfen diese Bilder bei der Reproduktion der letzten Nacht  – der Nacht der Full Moon-Party auf Koh Phangan.

Flo’s Full Moon-Tipps:

Tipp 1: Frühzeitig buchen oder mindestens einen Tag vor der Full Moon-Party anreisen

Tipp 2: Keine Wertgegenstände und/oder unnötig viel Geld mitnehmen

Tipp 3: Darauf achten dass Flaschen oder sonstige Trinkbehälter vor Verzehr geschlossen waren

Tipp 4: Frauen am besten nur mit männlicher Begleitung

Tipp 5:  Spartipp: Unterkunftspreise immer extrem verhandeln und sich am besten mehrere Tage einbuchen

Tipp 6: Keine Macht den Drogen!

Spezieller Typ für Silvester: Am 31.12.2009 ist Vollmond!

Anmerkung vom Blog-Team: Wenn Flo nicht gerade bei Vollmond auf asiatischen Inseln tanzt, dann arbeitet er bei HolidayCheck im Content als Quality Assurance Manager. Tausend Dank für den Party-Blog-Eintrag!