Die Gletscher auf Spitzbergen

Fährt ein Kreuzfahrtschiff eine andere Route als geplant, kann das für die Urlauber einen Reisemangel darstellen. Das Amtsgericht München entschied nun, die Katalogbeschreibung „Auf See“, ist aber keine Garantie dafür, dass Urlauber bestimmte Landschaften und Küsten zu sehen bekommen.

Ein Ehepaar hatte eine zweiwöchige Nordland-Kreuzfahrt gebucht. Im Programm war terminiert, wann welcher Hafen angesteuert wird, welche Land-Ausflüge stattfinden und an welchen Tagen das Schiff auf See unterwegs ist. Im Katalog fanden sie zudem eine Darstellung der Route, die unter anderem eine Umfahrung vom norwegischen Spitzbergen zeigte.

Das Ehepaar buchte bewusst eine Außenkabine, um speziell diese Küste auch gut sehen zu können. Doch sie wurden enttäuscht, denn wirklich nahe kamen sie der Inselgruppe nicht. Sie sahen die gebuchte Leistung nicht erfüllt und verlangten einen Teil des Reisepreises zurück.

Das Amtsgericht in München wies die Klage ab und begründete damit, dass bei dieser Kreuzfahrt nur eine geringe Abweichung der Route vorgenommen wurde. Wenn eine geplante Route tatsächlich nicht eingehalten oder etwa eine Insel nicht angesteuert wird, kann dies ein Reisemangel darstellen. Im beklagten Fall war der besagte Tag lediglich mit dem Verweis „Auf See“ beschrieben. Eine Garantie, dass diese spezielle Inselgruppe zu sehen sein wird, hatte man den Reisenden nicht gegeben.