Fluggesellschaft ist für Enteisung verantwortlich

Wird ein Flug gestrichen, weil die Airline nicht ausreichend Enteisungsmittel hat, haben Passagiere ein Recht auf Entschädigung. Dies entschied nun das Oberlandesgericht Brandenburg.

Hat eine Airline bei Kälte, Frost und Schnee nicht genügend Enteisungsmittel vorrätig, kann die Maschine nicht starten und der Flug muss entfallen. Laut Focus Online können Passagiere in solch einem Fall einen Ausgleich fordern.

Begründet wird diese Entscheidung damit, dass ein Luftfahrtunternehmen die Verantwortung dafür trage, dass alle eingesetzten Flugzeuge intakt und die erforderlichen Betriebsmittel vorhanden sind. Die Airline selbst steht also in der Pflicht im Winter für ausreichend Enteisungsmittel zu sorgen. Es handelt sich in diesem Fall also nicht um einen außergewöhnlichen Umstand, für den die Fluggesellschaft keine Haftung übernehmen könnte.

Geklagt hatte ein Passagier, dessen Flug von Berlin nach Rom am 10. Dezember 2010 annulliert worden war. Grund für den gestrichenen Flug war ein Mangel an Spezial-Chemie zur Enteisung. Der Kläger forderte eine Entschädigung nach der EU-Fluggastrechteverordnung. Bereits vor dem Landgericht Potsdam wurde ihm diese zugeteilt. Die Airline ging vor dem Oberlandesgericht in Berufung – jedoch ohne Erfolg.