Hofburg_webWoran denkt man bei Wien, der Hauptstadt der Gemütlichkeit? Wiener Kaffeehäuser, beim Heurigen sitzen, Fiaker auf den Straßen, Schlösser, Hofburg, Kaiserin Sisi. Überhaupt Erinnerungen an die k.u.k.-Monarchie.  Ach ja und das Wiener Schnitzel:-)  Aber dazu später. Wir wollten unserem jugendlichen Sohn Wien zeigen. Bisschen Kultur, aber nicht überfordern. Also, Flug nach Wien-Schwechat.

Tram_Fiaker_webEin wichtiger Tipp vorab: Schon zuhause überlegen, was man wirklich sehen will. Wie in vielen Großstädten üblich gibt es Touristenkarten für die Verkehrsverbünde, mit denen man günstig S-Bahn, Tram oder Bus fahren kann — plus ermäßigte Eintritte in Museen. Eine solche 72-Stunden-„Wien-Karte“ kostet 19,90 plus 4,20 Euro für die ÖBB-S-Bahn oder 17 Euro für den City Airport Train, kurz CAT, für die Fahrt vom Flughafen in die Stadt und zurück. Plus Versandspesen von 7 Euro, da man diese Karte leider nicht selbst ausdrucken kann. Mal ganz ehrlich, mehr als einen Museumsbesuch pro  Tag schaffe ich eh nicht. Und bei Museen spart man oft bloß einen einzigen Euro.

Meine Alternative zur „Wien Karte“: Gleich die normale Wochenkarte kaufen. Gilt Montag bis Montag, völlig egal ob man drei, vier oder gar 7 Tage in Wien unterwegs ist. Die kostet bloß 15,80 Euro und kann ebenfalls um die Flughafenfahrt erweitert werden. Großer Vorteil auch: Diese Karte lässt sich bereits zuhause ausdrucken. Nach der Landung gleich einsteigen und los geht’s! Und noch eines ganz persönlich: So wahnsinnig viel schneller ist der CAT (16 Min.) gegenüber der S-Bahn (25 Min.) nun auch nicht. Das Geld kann man sich sparen.

Kuchentheke_webWas haben wir mit dem Sohn in drei Tagen gemacht? Ich erwähne nicht unsere Besuche in der Hofburg, im Schloss Schönbrunn und auf dem Naschmarkt. Dafür gibt es Reiseführer und etliche Reisetipps auf HolidayCheck.de. Auch die vielen Kaffeehaus-Besuche mit ihren vielen Tageszeitungen aus aller Welt und den tollen Himbeertorten (darauf steht unser Sohn besonders)  bleiben hier außen vor.

Theaterhotel_webGewohnt haben wir in einem Hotel mit Atmosphäre. Hinterm Rathaus im „Cordial Theaterhotel„. Wand an Wand neben dem „Theater in der Josefstadt„. Es gilt als das älteste Theater von Wien – gegründet 1788. Eines Abends haben wir unseren Sohn mitgenommen. Erst gemault, wie sich das für einen 15-jährigen geziemt, aber dann hat er das turbulente Stück „Der böse Geist Lumpazivagabundus“ mit großen Augen aus unserer Loge heraus verfolgt. Da war er begeistert. Schräg gegenüber kehrten wir hin und wieder in die „Fromme Helene“ ein. Eine Gartenwirtschaft mit Schnitzeln, die wie Elefantenohren über den Tellerrand hängen. Sohn war zufrieden. Hier verkehren auch Schauspieler aus dem Theater – nicht wenige, die man aus dem TV kennt. Nicht weit davon liegt übrigens eine weitere nette Gartenwirtschaft „Zum närrischen Kastanienbaum.“

Kriminalmuseum_webHighlight war das Kriminalmuseum. Krimi-Geschichte Wiens der letzten Jahrhunderte. Ein wahres Gruselkabinett. Für Kinder unter 14 Jahren eher nicht zu empfehlen. Viele alte gruselige Schweizweiß-Fotos, viele Schätze aus den Asservatenkammern der Polizei, Hinrichtungsstätten. Alles vorhanden. Als ich nach dem Besuch aus dem Museum trat, sagte ich spontan: „Jetzt brauche ich einen Schnaps.“ Das Museum ist wirklich empfehlenswert!