Ein Leben ohne Billigflieger? Ist doch kaum noch vorstellbar! Aber wie kam es eigentlich zu diesem Boom? Das erfahrt ihr heute in unserem Gastartikel zum Thema Billigflugairlines.

 

Die Anfänge der Billigflugairlines

Schon zu Beginn der 1970er Jahre wurden in den USA erstmals sogenannte Billigflüge angeboten. Die Southwest Airline aus Dallas leistete in dieser Hinsicht Pionierarbeit. Die Fluggesellschaft wird heute als die Mutter aller Billigairlines bezeichnet. Southwest Airline startete 1971 den Flugbetrieb. Damit kann dieses Jahr auch als Geburtsjahr der Billigfliegerei angesehen werden. Zunächst stand das Projekt Billigflug noch auf sehr wackeligen Beinen. Doch spätestens zum Ende der 1970er Jahre setzte sich diese Strategie durch und erste Nachahmer versuchten sich auch in Europa in diesem Segment.

Ryanair

Ryanair

Der Billigflug erreicht Europa

Beim Versuch ist es vorerst auch geblieben, wie die Geschichte von Laker Airways zeigt. Diese erste europäische Billigfluggesellschaft setzte das „No-Frills“ Konzept („ohne Schnickschnack“) nicht konsequent genug um. Die Airline ging bereits 1982 in Insolvenz. Nur fünf Jahre nachdem Laker Airways den Kurswechsel von der Charterfluggesellschaft zur Billigairline unternommen hat, wurde der Flugbetrieb eingestellt. Es dauerte noch gut ein Jahrzehnt, bis sich mit Ryanair die kostengünstige Fliegerei auch in Europa durchsetzen konnte.

Eine irische Airline verändert das Fluggeschäft

Bereits 1985 in Dublin gegründet konnte sich Ryanair nur mäßig erfolgreich am Markt positionieren. Dies änderte sich als Michael O`Leary die Geschäftsführung im Jahr 1988 übernahm. Von der ursprünglichen Strategie wurde Abstand genommen. Es folgte ein radikaler Wandel zur Billigfluggesellschaft. Im Zentrum des Geschäftsmodells stand das No-frills Konzept, was nichts anderes bedeutet, als das man auf sämtliche Extras und Serviceleistungen verzichtete. Aufgrund der Kostenersparnisse konnte die Airline viel günstigere Flüge als die Konkurrenz anbieten. Der Billigflieger hatte Erfolg und ein neuer Markt war geschaffen. Die Fluggesellschaft hatte sich in diesem Segment etabliert und konnte einen enormen Wachstum verzeichnen. Dies wurde auch durch die vielen neuen Ziele auf dem europäischen Festland – wie Frankfurt-Hahn und Alicante Airport – deutlich.

EasyJet

EasyJet

Was zeichnet eine Billigfluggesellschaft aus?

Das „No-Frills“ Konzept ist natürlich die Grundlage für eine erfolgreiche Low cost Airline. Dieses besagt, dass unnötige Kosten gesenkt werden müssen, um die eigentliche Dienstleistung so billig wie möglich anbieten zu können. Ryanair und andere Airlines wie Easyjet oder Germanwings setzen auf dieses Konzept und haben auch Erfolg damit. Um zusätzliche Kosten einzusparen, nutzen Billigfluggesellschaften eher kleine Flughäfen – wie beispielsweise den London City Airport – und verzichten auf das Drehkreuzkonzept.

Extraleistungen im Flieger müssen vom Passagier bezahlt werden und gelten nicht als Service. Das Ryanair Handgepäck kostet zusätzlich, wenn es mehr als 10 Kilogramm Gewicht überschreitet. Hinweis: Wissenswerte Informationen zum Thema „Ryanair Handgepäck“ erhaltet ihr unter: http://handgepaeck-info.com/ryanair-handgepack/

Der Kunde kann sein Ticket meist nur im Internet buchen, ähnlich wie es bei einigen Anbietern für Unterkünfte und Travel Deals der Fall ist. Auch der Ryanair Check in funktioniert nach diesem Muster. Die Ausstattung des Flugzeugs zeichnet sich dadurch aus, dass es nur eine Klasse gibt. Das Platzangebot wird möglichst effizient genutzt, was zur Folge hat, dass die Sitzabstände sehr gering sind. Da die Lohnkosten ein entscheidender Faktor bezüglich des Preisdumpings sind, werden diese weitestgehend gering gehalten. Eine Maschine eines Billigfliegers wird daher meist mit der gesetzlich vorgeschriebenen Mindestbesatzung fliegen. Trotz dieser Maßnahmen, die alle der Kostenreduzierung dienen, gelten Billigflugairlines nicht als unsicher. Die Statistiken beweisen, dass in diesem Marktsegment nicht mehr Unfälle passieren als im klassischen Charterflugverkehr.

Weitere Merkmale von Billigfluggesellschaften sind, dass sie über eine einheitliche Flugzeugflotte verfügen und das sie kaum Allianzen mit anderen Airlines eingehen. Jedoch haben sich einige Fluggesellschaften aus diesem Segment der 2003 gegründeten European Low Fares Airline Association angeschlossen. Dieser Verband vertritt die Interessen von Billigfluggesellschaften. Neben Ryanair und Easyjet zählt die ELFAA noch weitere Mitglieder.

Air Berlin

Air Berlin

Die Folgen des Billigflugbooms

Der Erfolg der Billigairlines sorgte dafür, dass immer mehr Fluggesellschaften diesen Trend für sich entdeckten. Nicht in jedem Fall waren diese Geschäftsmodelle von Erfolg gekrönt. Doch einige Airlines wie Air Berlin, Condor oder Aer Lingus konnten sich genauso am Markt etablieren wie die bereits genannten Billigflieger. Der Wandel im Luftfahrtgeschäft sorgte auch dafür, dass klassische Charterfluggesellschaften wie die Lufthansa und die British Airways ihre Strategien überdenken mussten. Die Deutsche Lufthansa beteiligt sich mittlerweile mit ihrer Tochtergesellschaft Germanwings am immer noch boomenden Billigfluggeschäft. Auch der Touristikkonzern TUI hat mit seiner eigenen Airline TUIfly einige Merkmale von Billigfliegern übernommen.

Travel Deals mit Billigfliegern

Auf vielen Tourismusportalen können Flüge von Billigflugunternehmen gebucht werden, auch in Kombination mit einer Pauschalreise. Hier kann der Urlaub mit einer Billigairline problemlos geplant werden. Es stehen jede Menge Travel Deals zur Verfügung, die einen kostengünstigen, aber auch unvergesslichen und sicheren Urlaub versprechen.