In dem brasilianischen Elendsviertel Pavao-Pavaozinho ist es zu schweren Kämpfen mit der Polizei gekommen. Die Einwohner hatten Feuer gelegt und Straßensperren errichtet.

Die Gewalt ist nun also auch in den Touristengebieten  Copacabana  und Ipanema ausgebrochen. Während Anwohner sich in ihren Wohnungen verbarrikadierten, haben Hotels Ausgangssperren für ihre Gäste verhängt.

Auslöser war die Beerdigung des jungen Tänzers Douglas Rafael da Silva Pereira, der vor wenigen Tagen ums Leben kam. Die exakten Umstände seines Todes sind noch unklar, die Mutter des Tänzers aber gibt den Sicherheitskräften die Schuld. Dies führte zu großen Unruhen und Straßenschlachten.

In den letzten Wochen gab es bereits mehrere große Aufstände in Brasilien – und das nur wenige Wochen vor Beginn der Fußballweltmeisterschaft. 2008 startete der Anlauf zu den Großereignissen Fußball-WM und Olympische Spiele. Die Regierung des Bundesstaates von Rio de Janeiro erarbeitete seitdem ein ambitioniertes Programm zur Bekämpfung der städtischen Gewalt. Als besonders schwierig geltende Favelas wurden militärisch besetzt und die Polizeitruppen aufgestockt.

Das Problem: es fehlt nicht nur an Geld, sondern auch an gut ausgebildeten Polizisten. In den meisten Favelas kommen höchstens 15 auf 1000 Einwohner und treffen bei diesen häufig auf Misstrauen und Angst. In den letzten Monaten wurde den Beamten immer wieder vorgeworfen, dass sie nicht wegen der Bevölkerung in den Armutsvierteln vor Ort sind, sondern um diese von den WM-Touristen fernzuhalten.