kataloge1Ratgeber Reiserecht: Beim Durchstöbern der Reiseprospekte lächeln einem auf allen Seiten einladende Beschreibungen entgegen. Man kann sich kaum entscheiden, weil ja alle Hotels in bester Lage, top modern eingerichtet und überhaupt hervorragend ausgestattet sind. Doch die Wahrheit ist, dass sich hinter einigen Katalogbeschreibungen eher unschöne Tatsachen verbergen.

In diesem Fall gilt es festzustellen, ob die Abweichungen zwischen Realität und der vertraglichen Vereinbarung relevant sind. Nur dann kann man diese beanstanden. Neben der Reisebestätigung und verbindlichen Zusagen des Reiseveranstalters sind dessen Katalogbeschreibungen meist entscheidend.

Auf Grund verschiedener Urteile des Bundesgerichtshofes müssen Hotelbeschreibungen in Prospekten für einen durchschnittlichen, nicht auslandserfahrenen Reisenden transparent und verständlich sein. Man spricht hier von Prospektklarheit bzw. Prospektwahrheit, die in der BGB-Infoverordnung geregelt ist.

Die deutschen Gerichte sehen folgende Aussagen als unklar und damit als unzulässig an:

„Hotel liegt in zentraler Lage“, wenn sich dahinter ständiger Verkehrslärm verbirgt.

Wenn mit „internationaler Atmosphäre“ nicht das Jet-Set Aufgebot von Monaco gemeint ist, sondern ein sehr lebhaftes, feierfreudiges und trinkfestes Publikum.

Das Hotel in „aufstrebender Umgebung“ ist tatsächlich von permanentem Baulärm umgeben.

„In der Nähe des Flughafens“, wenn sich das Hotel direkt in der Einflugschneise befindet.

Nicht nur die Beschreibungen müssen der gegebenen Situation entsprechen, sondern auch die Fotos. Suggerieren diese z.B., dass alle Zimmer über einen Balkon verfügen, Sie aber bei der Ankunft in Ihrem Zimmer keinen vorfinden, ist das eine relevante Abweichung.

Bewahrt also Buchungsgrundlagen wie Katalog, Reisebestätigung etc. gut auf, um die jeweiligen Abweichungen detailliert dokumentieren zu können. Dann könnt ihr auch euren Anspruch auf Entschädigung geltend machen.

Zum Kopfschütteln und Schmunzeln sind viele weitere Schönschreibereien in Katalogen. Manche sind tatsächlich zulässig, hier gilt äußerste Vorsicht! Von Erfahrungen mit grenzwertig wahrheitsgetreuen Katalogbeschreibungen kann gerne in den Kommentaren berichtet werden. Was ist die dreisteste Kataloglüge?